Die IDF ist klug genug um zu wissen daß zu viele tote Palästinenser unser ohnehin angeschlagenes Image noch weiter verschlechtern würden. Daher wird versucht möglichst gezielt vorzugehen. Als Gegenmaßnahme bombardiert die israelische Luftwaffe die Stellen von denen die Raketen abgeschossen wurden, vermutete Lagerstätten von Raketen und Wohnhäuser von Hamas und Islamischer Jihad Aktivisten. In allen Fällen werden die Bewohner vorher per SMS aufgefordert das Gebäude zu verlassen und/oder es wird eine Rakete ohne Sprengkopf auf das Dach gefeuert. Die Aktivisten sitzen ohnehin in Bunkern die tief in den Sand gegraben sind. Man hört auch von den Pannen wenn das falsche Haus bombardiert wurde oder ein Heim für Geistig Behinderte die nicht in der Lage waren den Spielregeln entsprechend zu handeln.
Montag, 14. Juli 2014
Gaza Karussell
Die IDF ist klug genug um zu wissen daß zu viele tote Palästinenser unser ohnehin angeschlagenes Image noch weiter verschlechtern würden. Daher wird versucht möglichst gezielt vorzugehen. Als Gegenmaßnahme bombardiert die israelische Luftwaffe die Stellen von denen die Raketen abgeschossen wurden, vermutete Lagerstätten von Raketen und Wohnhäuser von Hamas und Islamischer Jihad Aktivisten. In allen Fällen werden die Bewohner vorher per SMS aufgefordert das Gebäude zu verlassen und/oder es wird eine Rakete ohne Sprengkopf auf das Dach gefeuert. Die Aktivisten sitzen ohnehin in Bunkern die tief in den Sand gegraben sind. Man hört auch von den Pannen wenn das falsche Haus bombardiert wurde oder ein Heim für Geistig Behinderte die nicht in der Lage waren den Spielregeln entsprechend zu handeln.
Donnerstag, 24. April 2014
Der internationale Gerichtshof zum Bau der Absperranlage
Erstmal geht es in dem Gutachten um die Zuständigkeit des Gerichts. Diese wird mit der Übernahme der Mandatsträgerschaft vom Völkerbund durch die UN begründet und in der Verabschiedung der Resolution 181, des Teilungsvorschlages von 1947. An anderer Stelle argumentiert das Gericht daß mit der Annahme jener Resolution das Mandat beendet wurde. Diese Resolution wurde jedoch von den Arabern abgelehnt und daher nie implementiert. Wenn nun das Mandat als beendet angesehen wird stellt sich die Frage nach der Zuständigkeit des Gerichts, denn auf einen nicht ausgeführten Vorschlag kann man sich nicht stützen.
Das Gericht erklärt daß es als Bezeichnung wall = Mauer und nicht fence = Zaun oder barrier = Barriere gewählt hat weil diese nicht genauer sind. Ich halte Barriere oder im Deutschen Absperranlage für korrekter da es sich nicht überall um eine Mauer handelt sondern es auch Abschnitte gibt die aus einem Zaun bestehen.
In einer kurzen historischen Analyse ist von einem Palästina die Rede welches Teil des Ottomanischen Reiches war. Das Palästina der Neuzeit entstand aber erst als Briten und Franzosen das Territorium des ehemaligen Ottomanischen Reiches unter sich aufteilten und dabei auch Libanon, Syrien den Irak und Jordanien erschufen. So stellt sich die Frage ob sich die damaligen Bewohner als Palästinenser oder nicht einfach als Araber verstanden. Anstatt den Namen Palästina zu verwenden sollte hier korrekterweise West Bank verwendet werden, denn als Palästina wurde das gesamte Mandatsgebiet ( heute Israel, Gaza Streifen, Westjordanland und Jordanien) bezeichnet. An anderer Stelle wird gar der Ausdruck Occupied Palestinian Territory benutzt.
Israel wies darauf hin daß dies auch auf die Okkupation des Westjordanlandes 1948 durch Jordanien zutrifft. Ob es sich um besetztes Jordanisches, oder um noch nicht verteiltes, umstrittenes Mandatsgebiet handelt wirkt sich auf die Gültigkeit der 4ten Genfer Konvention aus.
Laut Artikel 2 dieser Konvention bezieht sie sich auf "occupation of the territory of a High Contracting Party" was in diesem Fall anfechtbar wäre. Das Gericht verweist aber auf den ersten Absatz wo folgendes steht: "... the present Convention shall apply to all cases of declared war or of any other armed conflict which may arise between two or more of the High Contracting Parties ..."
Die Intention dieser Konvention ist es Spielregeln für den Umgang mit Zivilpersonen festzulegen die unter einer Besatzungsmacht leben und das ist gut so. Dabei hat man sich bemüht zwischen den Interessen beider Seiten abzuwägen.
Israel rechtfertigt den Bau der Absperranlage mit dem Recht auf Selbstverteidigung laut Artikel 51 der UN Charta. Das Gericht dazu: "...the Court notes, recognizes the existence of an inherent right of self-defence in the case of armed attack by one State against another State. However, Israel does not claim that the attacks against it are imputable to a foreign State. The Court also notes that Israel exercises control in the Occupied Palestinian Territory and that, as Israel itself states, the threat which it regards as justifying the construction of the wall originates within, and not outside, that territory."
In Artikel 51 wird das Recht auf Selbstverteidigung aber nicht auf den klassischen Fall eines Krieges zwischen zwei Staaten begrenzt. Ausserdem bezieht sich diese Aussage auf die Existenz der gesamten Absperranlage und darum geht es ja in diesem Gutachten nicht. Daß trifft auch für den kurz darauf folgenden Satz zu: "Israel cannot rely on a right of self-defence or on a state of necessity in order to preclude the wrongfulness of the construction of the wall."
Es wird auf Artikel 12, Absatz 1 dieser Konvention hingewiesen die Bewegungsfreiheit garantieren soll. Einige Absätze vorher wird aber darauf hingewiesen daß es fraglich ist ob diese Konvention auch für das Westjordanland gelten kann.
Unter anderem wird daß Vorhandensein der Absperranlage mit der Behauptung eines erschwerten Zugangs zu Wasser in Verbindung gebracht. Dies wäre aber nur relevant wenn auf dem Gebiet zwischen Grüner Linie und Absperranlage Brunnenbohrungen existieren würden zu denen Palästinenser keinen Zugang haben. Dazu ist zu sagen daß die Palästinenser Heute schon mehr Wasser bekommen als im Endstadium der Osloer Verträge vorgesehen war. Siehe dazu meinen Beitrag zum Thema Wasserverteilung.
Das ist zum einen der Verweis auf das in der Charta der Vereinten Nationen verankerte Recht der Völker auf Selbstbestimmung. Hier stellt sich die Frage wer oder wie festgelegt werden soll wer ein Volk ist. Sind Palästinensische Beduinen Palästinensischen Fellachen ähnlicher als Jordanischen Beduinen? Müßte Belgien dann nicht zerfallen, was macht man dann mit der Provinz Quebec und den Russen in der Ukraine? Ich finde es ausreichend wenn man in den Palästinensern eine Schicksalsgemeinschaft sieht deren Interessen man nicht ignorieren kann wenn man gerecht sein will.
Absatz 6 des Artikels 49 der 4ten Genfer Konvention ist relevant, denn er bezieht sich auf den Transfer eigener Bevölkerung in besetztes Gebiet. In dem Absatz werden die Worte "deport or transfer" benutzt. Dies ist hier aber nicht der Fall, da all jene Israelis die kommen es freiwillig tun. Und dies ist der Kern des Problems: laut Resolution 242 soll der Grenzverlauf durch Verhandlungen festgelegt werden. Dies passiert aber nicht mit dem ehemaligen Kriegsgegner Jordanien, sondern mit einer sich bildenden Vertretung der Palästinenser. Von 1967 bis 1993, der Unterzeichnung der Osloer Verträge, gab es keinen Verhandlungspartner. Es ist unrealistisch zu erwarten daß die eine Seite 26 Jahre und länger regungslos wartet bis die andere Seite verhandlungsbereit ist. In der Zwischenzeit haben sich in der Nähe der beiden Ballungsräume Tel Aviv und Jerusalem Jüdische Ortschaften und Stadtteile von Jerusalem gebildet. In Jerusalem ging es darum eine Jüdische Dominanz in der Stadt wiederherzustellen, eine erneute Teilung der Stadt zu verunmöglichen und sie nach Osten hin abzusichern - was vorher nicht der Fall war. Nun wird die Absperranlage so angelegt daß sie möglichst viele dieser zwischenzeitlich entstandenen Ortschaften und Stadtteile umschließen soll. Man kann den konkreten Verlauf der Absperranlage durchaus kritisieren, wenn sie Palästinensische Bauern von ihren Feldern trennt und es mit dem Internationalen Recht nicht so genau nimmt, man darf dabei aber die Vorgeschichte und die Realitäten nicht vergessen.
Montag, 10. März 2014
Zum Thema Wasser (Ver.1.1)
Der Winterregen speist drei wasserführende Erdschichten, „Aquifer“ genannt. Der See Genezareth der etwa 10 bis 15% des Trinkwasserbedarfs deckt, wird durch Flüsse aus Israel, dem Libanon, Syrien und Jordanien gefüllt. Israel bereitet 90% des Grauwassers wieder auf, welches in separaten Rohren der Landwirtschaft zwecks Bewässerung zugeführt wird. Zusammen mit neuen Entsalzungsanlagen gibt dies vorsichtigem Optimismus Nahrung. Vorsichtig weil wir es auch mit einem Bevölkerungswachstum von zwischen 1,5 und 2% zu tun haben und weil der Wasserverbrauch mit steigendem Lebensstandard ebenfalls steigt.
Vorwurf: Wasser wird ungleich verteilt
In einem Beitrag zur Diskriminierung bei der Wasserzuteilung heißt es: "According to the Israeli national water company, Mekorot, the average household water consumption in Israel is between 100 and 230 LPT. ...average consumption among Palestinians connected to a running-water network is about 73 LPT." Dies deckt sich so ziemlich mit den Angaben der FoEME = Friends of the Earth Middle East, eine NGO die sich mit dem Umweltschutz befasst. Gemäß deren Berechnungen lag der Wasserkonsum 2011 in Israel bei 250 LPT (offenbar ist das aufbereitete Wasser für die Landwirtschaft miteingerechnet). Bei den Palästinensern im Westjordanland lag der Verbrauch demnach bei 70 LPT (nach Abzug von 30% Verlusten).
Nach Angaben der PA (Palestinian Authority) aus demselben Jahr liegt der durchschnittliche Verbrauch in den Städten in der Zone A bei 103 LPT, was einem Gesamtvolumen von 37,6 Millionen Kubikmetern entspricht. Wenn ich auf meine Wasserrechnung schaue, lag ich vom September 2012 bis Oktober 2013 bei einem Durchschnitt von 89 LPT.
B´Tselem dazu: "There are significant gaps between the various cities (169 liters per person per day in Jericho compared to 38 in Jenin)." Daß es Ortsabhängige Unterschiede im zu Verfügung stehenden Wasser gibt ist plausibel, in einem B´Tselem Beitrag zur Lage im Jordantal wird allerdings darauf hingewiesen daß gerade Jericho die geringste Anbaufläche hat. In der Stadt mit dem höchsten LPT Aufkommen wird demnach also am wenigsten angebaut. "Palestinians in the West Bank not connected to the water supply network: About 113,000 people living in 70 communities, 50,000 of them in Area C. They are not included in the calculations of the public water authority. They rely on rainwater which they store in cisterns and on water sold in tanker trucks by private dealers. In the southern West Bank, about 42 communities consume less than 60 LPT and shepherding communities in the northern Jordan Valley consume only 20 LPT. Private dealers charge between 5 and 8 Euro per cubic meter, depending on the distance between the village and the water source. The price is up to three times that of the highest tariff Israelis pay for water for household consumption. In the summer months, the monthly household expenditure on water in communities that buy water from tankers is between 260 and 420 Euro, about half of the entire monthly household expenditure."
Wenn man nun unterstellt daß 50.000 Palästinenser nicht ans Wasserversorgungsnetz angeschlossen sind weil sie in Zone C wohnen, wo sie von Israelis schikaniert werden können, erklärt daß noch immer nicht die Lage der übrigen 63.000. Denn im Osloer Abkommen (Artikel 40 in Annex III) heißt es wie folgt:
Brunnenbohrungen
Von B´Tselem wird bemängelt daß aus einigen Palästinensischen Bohrungen kein Wasser mehr gepumpt werden kann - aber nicht gesagt ob es sich um die genehmigten oder eben jene ungenehmigten Bohrungen handelt.
Der Israelischen Botschaft zufolge arbeitet Israel am Ausbau von 136 Brunnen im Westjordanland. In einer ersten Phase wurden bereits 54 Brunnen genehmigt.
B´Tselem: "Palestinians in the Gaza Strip: Average consumption in the Gaza Strip is 70-90 LPT, but the quality of the water is extremely poor." Im "Israelnetz" heißt es dazu: "Im Gazastreifen hat illegales Abpumpen des Grundwassers zu einer humanitären Katastrophe geführt. Weil dem Aquifer zu viel Süßwasser entnommen worden ist, floss salziges Mittelmeerwasser nach und zerstörte das Süßwasser. Israel liefert das Trinkwasser für die 1,2 Mill. (Stand 2020: 2 Mill.) Bewohner des Gazastreifens."
Vorwurf: Notwendige Infrastrukturmaßnahmen werden verhindert
Water loss: There is extensive water loss on the public water grid in the West Bank - about 30%, and more in some locations." In Zone A und B sind die Palästinenser selbst dafür verantwortlich.
Der Studie des Hydrologen Prof. Haim Gvirtzman von der Hebräischen Universität zufolge wäre es möglich in den Palästinensischen Autonomiegebieten durch Wasserrecycling und zeitgemäße landwirtschaftliche Bewässerungsmethoden um ein Drittel weniger Wasser zu verbrauchen. Israel hat angeboten, die Palästinenser mit entsalztem Wasser zu versorgen, doch wird diese Möglichkeit aus politischen Erwägungen heraus, systematisch abgelehnt.
Auch verweigern die Palästinenser bisher die Verwendung aufbereiteten Grauwassers aus Israel.
"The Palestinian water network is managed by dozens of local water authorities without a coordinating mechanism. The inability to develop a nationally controlled water network, with reservoirs that could supply the needs of all residents is inextricably tied to the fact that every action in Area C requires Israeli approval." Kann es nicht sein daß die Palästinenser die Organisation nicht auf die Reihe kriegen, oder kriegen wollen?
Eine direkte Bezugnahme auf Wiederaufbereitung und Klärung findet sich in den Beiträgen nicht. Wohl aber in folgender Aussage der Israelischen Botschaft: "Im Gegensatz zu Israel erfüllt die PA in mehreren Aspekten des Abkommens nicht ihre Verpflichtungen in Hinsicht auf wichtige Fragen wie das illegale Bohren und den Umgang mit der Klärung von Abwasser und der Aufbereitung für die Landwirtschaft. Die dadurch bedingte Verschmutzung des Grundwassers schadet beiden Seiten erheblich."
Im Oslo-Abkommen wurde daran gedacht und folgendes vereinbart:
"3. While respecting each side's powers and responsibilities in the sphere of water and sewage in their respective areas, both sides agree to coordinate the management of water and sewage resources and systems in the West Bank during the interim period, in accordance with the following principles:
e. Taking all necessary measures to prevent any harm to water resources, including those utilized by the other side.
f. Treating, reusing or properly disposing of all domestic, urban, industrial, and agricultural sewage.
g. Existing water and sewage systems shall be operated, maintained and developed in a coordinated manner, as set out in this Article."
Laut Israelnetz werden 95% der 56 MKM Abwasser, die in den Palästinensischen Autonomiegebieten produziert werden, nicht geklärt. Im Westjordanland wurde in den letzten 15 Jahren nur eine einzige Kläranlage gebaut, obwohl dafür internationale Gelder zur Verfügung stehen.
"Sie lassen ihr Abwasser in die Natur ab, obgleich Deutschland Millionenbeträge für den Bau einer Kläranlage etwa bei Bethlehem bereitgestellt hat. Die Kläranlage müsste östlich von Bethlehem in israelisch-kontrolliertem Gebiet stehen. Nach palästinensischer Vorstellung käme das einer „Anerkennung“ der israelischen Besatzung gleich. Das Ablassen von Schmutzwasser in die Natur führt zu einer unumkehrbaren Grundwasserverseuchung." heißt es dazu im Beitrag im Israelnetz.
Zahlenspielereien
Im Osloer Abkommen (Artikel 40 in Annex III) findet sich dazu folgendes:
"6. Both sides have agreed that the future needs of the Palestinians in the West Bank are estimated to be between 70 - 80 mcm/year.
7. In this framework, and in order to meet the immediate needs of the Palestinians in fresh water for domestic use, both sides recognize the necessity to make available to the Palestinians during the interim period a total quantity of 28.6 mcm/year
(6) The remainder of the estimated quantity of the Palestinian needs mentioned in paragraph 6 above, over the quantities mentioned in this paragraph (41.4 - 51.4 MKM/year), shall be developed by the Palestinians from the Eastern Aquifer and other agreed sources in the West Bank. The Palestinians will have the right to utilize this amount for their needs (domestic and agricultural)."
Der PA werden also 53 MKM pro Jahr von Israel zur Verfügung gestellt und nicht die in den Oslo-Verträgen vorgesehenen 28,6 MKM. Anstatt wie vorgesehen 51,4 MKM pro Jahr abzupumpen sind es 87 MKM. Dies ist sogar schon mehr als die unter Punkt 6 des Annex anvisierten 70 - 80 MKM für die Zukunft. Laut Internetseite der Israelischen Botschaft werden die 53 MKM von Mekorot mit dem reinen Herstellungspreis von 2,6 Millionen Schekel berechnet (1,26 Millionen Schekel unter dem Wasserpreis für israelische Einrichtungen). Im Klartext: Israel bezuschusst die Wasserversorgung der PA obendrein mit etwa 13,7 Millionen Euro jährlich. Im Sommer 2013 erhöhte Israel die Wasserversorgung der PA noch um 11.000 Kubikmeter täglich (etwa 4 MKM jährlich).
Trotzdem sind letztendlich wieder wir Israelis schuld. Wie, sieht man wieder bei B´Tselem: "The water infrastructure in the Palestinian Authority needs upgrading, but this is not possible without significant work in Area C, where every action requires Israeli approval at the joint water committee. Such approvals are rare. Even committee-approved projects may be delayed or stopped, due to restrictions imposed by the Civil Administration." Wenn Israel Wasser an die PA zum Selbstkostenpreis verkauft statt mit Gewinn an Israelische Verbraucher, warum sollte man da kein interesse an einer Verbesserung Palästinensischer Effizienz haben?
Verwendete Quellen:
Zum Jordantal: http://www.btselem.org/sites/default/files/201105_dispossession_and_exploitation_eng.pdf
http://www.btselem.org/publications/summaries/dispossession-and-exploitation-israels-policy-jordan-valley-northern-dead-sea
Osloer Verträge: http://mfa.gov.il/MFA/ForeignPolicy/Peace/Guide/Pages/THE%20ISRAELI-PALESTINIAN%20INTERIM%20AGREEMENT%20-%20Annex%20III.aspx#app-40
Israelnetz: http://www.israelnetz.com/hintergrund/detailansicht/aktuell/der-wasserkrieg-in-nahost/#.UwKA4GfNupo
Statement der Israelischen Botschaft zu dem Thema: http://www.botschaftisrael.de/2014/02/13/aus-aktuellem-anlass-erlaeuterungen-zur-wasserfrage-im-nahostkonflikt/
Die Gvirtzman Studie: http://besacenter.org/mideast-security-and-policy-studies/the-israeli-palestinian-water-conflict-an-israeli-perspective-3-2/
Donnerstag, 16. Januar 2014
Zum Thema Apartheid
Gerne wird in jüngster Zeit im verbalen Schlagabtausch zum Israelisch-Palästinensischen Konflikt die Apartheidskeule gezückt, wohl um Israel als kolonialistisch-rassistisches Projekt darzustellen. Es zeugt aber lediglich von der böswilligen Absicht die jüdische Präsenz im Land zu delegitimieren, gepaart mit Unwissen.
Zum Kolonialismus: Kolonialisten kaufen keine Ländereien, Kolonialisten bauen nicht auf sondern beuten aus, Kolonialisten würden nie behaupten daß dies ihr einziges Land ist und Kolonialisten können auch nicht auf eine Religiöse Bindung zum Land (Klagemauer, Grab der Patri- und Matriarchen in Hebron) verweisen.
Im Unterschied zu den Buren in Südafrika und Kolonien überhaupt gab es in Safed, Tiberias, Jerusalem und Hebron immer Jüdische Gemeinden.
Hebron weil sich dort die Gräber der Vorväter und Vormütter befinden und Jerusalem nicht nur wegen der Klagemauer sondern auch weil sich am Abhang des Ölberges der bedeutendste und sehr große jüdische Friedhof befindet. Die Siedlungen in der Westbank befinden sich meist nicht irgendwo sondern dort wo sich Gräber bedeutender Vorväter befinden. Ithamar in Samaria heißt so weil im daneben liegenden Palästinensischen Dorf Awarta der Überlieferung zufolge das Grab von Ithamar ben Aharon haCohen, Sohn Aharons (der im Alten Testament) befinden soll.
Seit Ende des 19ten Jahrhunderts kam infolge von Pogromen in Osteuropa jüdisches Kapital für einen Aufbau ins Land. Die im Land lebenden Araber haben davon profitiert. Siehe dazu den Peel Commission Report – Engländer die das Land 1937 inspiziert haben und deren Erkenntnisse immer noch treffend sind. Quelle:
http://www.jewishvirtuallibrary.org/jsource/History/peel1.html Kapitel 5, vierter Absatz.
Was den Rassismusvorwurf angeht lohnt es sich in den dritten Teil der Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel reinzuschauen:
"Der Staat Israel wird der jüdischen Einwanderung und der Sammlung der Juden im Exil offenstehen. Er wird sich der Entwicklung des Landes zum Wohle aller seiner Bewohner widmen. Er wird auf Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden im Sinne der Visionen der Propheten Israels gestützt sein. Er wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten, die Heiligen Stätten unter seinen Schutz nehmen und den Grundsätzen der Charta der Vereinten Nationen treu bleiben."
"Wir wenden uns – selbst inmitten mörderischer Angriffe, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind – an die in Israel lebenden Araber mit dem Aufrufe, den Frieden zu wahren und sich aufgrund voller bürgerlicher Gleichberechtigung und entsprechender Vertretung in allen provisorischen und permanenten Organen des Staates an seinem Aufbau zu beteiligen."
"Wir reichen allen unseren Nachbarstaaten und ihren Völkern die Hand zum Frieden und zu guter Nachbarschaft und rufen zur Zusammenarbeit und gegenseitigen Hilfe mit dem selbständigen jüdischen Volk in seiner Heimat auf."
Ein Sammelpunkt für die eigenen Leute der aber den bereits im Land befindlichen anderen Gleichberechtigung gewähren will ist nicht gerade ein Kennzeichen von Rassismus. Die Realisierung wirft freilich Probleme auf, die aber eher im Verhältnis von Mehrheiten zu Minderheiten zu suchen sind - so wie oft anderswo auch.
Zur Apartheid:
Südafrika hat mit einer Fläche von 1,219,090 QKm und einer Bevölkerung von über 48 Millionen eine Dichte von 40 Menschen pro QKm. Israel und das Westjordanland haben zusammen eine Fläche von 26,630 QKm und eine Bevölkerung von über 10 Millionen. Damit kommt man auf eine Dichte von 390 Menschen pro QKm. Würde man obendrein noch die knapp 6 Millionen Enkel der Vertriebenem Palästinenser aus der Diaspora zurückkehren lassen käme man sogar auf 610 Menschen pro QKm. Wenn man berücksichtigt daß 60% Israels Negevwüste sind in der nur 10% der Bevölkerung leben, können es sogar auf 678 Menschen pro QKm werden.
Auf einer Fläche die knapp 46 mal kleiner ist als die von Südafrika soll also Sicherheit, Ruhe und Ordnung in einem 10 bis 17 mal dichter besiedelten Gebiet sichergestellt werden.
Man kann sich über die den Palästinensern auferlegten Restriktionen streiten, nicht aber darüber daß der Mangel an Fläche besondere Anforderungen stellt die mit der Situation im Südafrika der jüngeren Vergangenheit nicht vergleichbar sind.
In diesem Beitrag in der Wikipedia wird das Thema ausgebreitet und vertieft: http://en.wikipedia.org/wiki/Israel_and_the_apartheid_analogy
Der wesentliche Unterschied zwischen Weißen die sich in Südafrika ansiedeln und Juden die von überallher nach Israel kommen liegt tiefer - in der Intention. Während erstere ein besseres Leben an einem Ort suchten der dazu Gelegenheit bot, waren die Zionisten die ins Land kamen um es zu verändern auch bestrebt sich selber zu verändern. Es war nicht nur die Schaffung einer Heimstatt für das Jüdische Volk, sondern auch die Schaffung eines neuen Menschen. Aus dem bleichen Ghettojuden der ein armseliges Handwerk ausübt, der vom Wohlwollen seiner Umgebung, seiner Gastgeber abhängig ist sollte ein selbstständiger, unabhängiger Mensch werden der sein Schicksal selbst in die Hand nimmt indem er etwas aufbaut.
Donnerstag, 28. November 2013
Zum Thema Beschneidung
Was habe ich damit zu tun?
Die Diskussion um dieses Thema leidet an einem fürchterlichen Wissensdefizit. Als aufgeklärt erzogener Jude möchte ich meinen Beitrag dazu leisten dieses Defizit zu reduzieren damit die Diskussion halbwegs vernünftig geführt werden kann.Worum geht es hier?
Ein Kölner Gericht urteilte, daß ein muslimischer Arzt, der einen vier Jahre alten Jungen auf Wunsch seiner Eltern beschnitten hatte, eine Körperverletzung beging. Das Urteil vom Juni 2012 stellte das Grundrecht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit über dem Recht der Eltern und der Freiheit der Religionsausübung. Der Arzt wurde freigesprochen weil er nicht wissen konnte daß dies verboten war. Danach könne aber kein Arzt dies mehr behaupten.
Die ehemalige Kinderschutzbeauftragte des Bundestages beantragte daraufhin die Beschneidung zu verbieten. Dies wurde jedoch durch das sogenannte Beschneidungsgesetz vom Dezember 2012 verhindert. Ende der Geschichte? Nein, denn dieselbe Frau hat als erste "Generalberichterstatterin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates für Belange der Kinder" der EU einen Bericht vorgelegt und die Parlamentarische Versammlung des Europarates hat daraufhin ein Dokument vorgelegt in dem die Beschneidung zusammen mit der genitalen Verstümmelung von Mädchen = FGM als Grund "besonderer Besorgnis" bezeichnet. Die Mitgliedsstaaten des Europarates sollten deshalb das Bewusstsein für Risiken solcher Praktiken fördern und das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellen.
Sind Beschneidung und FGM vergleichbar?
Unter http://en.wikipedia.org/wiki/FGM#Reasons finden sich folgende Erklärungen für FGM: die Verhinderung von vorehelichem Geschlechtsverkehr und/oder die Reduzierung der weiblichen Lust damit es dem Mann leichter fällt mehrere Frauen zu haben. Bei den Dogon in Mali steht anscheinend feucht für weiblich und trocken für männlich, daher wird das jeweils andersartige weggeschnitten. Schon bei den alten Ägyptern findet sich dieses Vorgehen.FGM fügt den Mädchen unbestritten einen anhaltenden Schaden zu und bringt auch keinerlei medizinische Vorteile. Die Beschneidung hingegen fügt keinen anhaltenden Schaden zu und galt bis zum Ausbruch der Beschneidungsdebatte sogar als medizinisch vorteilhaft - siehe http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2011-11/weltaidstag
Warum wird so sehr aufs Judentum fokussiert (und nicht auch auf den Islam)?
Mohammed zählt die Beschneidung als eine der Weisungen für die fitrah auf. Die befolgung der fitrah soll dem Gläubigen Anerkennung und Würde verleihen. Im Koran steht: "Folge dem Glauben Ibrahims, dem Aufrechten im Glauben." (16:123) Aussagen zum Glauben Ibrahims oder auch Abrahams finden wir in der Torah, so auch explizit die Weisung zu Beschneiden. In Mose 1,Kapitel 17 ab Vers 9 wird Abraham vom Herrn mit der Ausführung beauftragt.Eigene Übersetzung:
9:" Und der Herr sagte zu Abraham: bewahre meinen Bund, du und der Same der nach dir kommt für alle Generationen. 10 Dies ist mein Bund den ihr wahren sollt zwischen mir und euch und eurem Samen der nach euch kommt. 11 Beschneiden sollt ihr euch jeden männlichen (Nachkommen). 12 Beschneidet das Fleisch der Vorhaut und es soll werden zum Zeichen eines Bundes zwischen mir und euch. 13 Und acht Tage alt beschneidet euch jeden der männlich ist für alle Generationen, den im Haus geborenen und den für Geld erworbenen von jedwedem Fremden der nicht von deinem Samen ist. Beschneide den in deinem Haus geborenen und den für Geld erworbenen und es ward mein Bund in eurem Fleische zu einem Bund solange die Welt besteht. 14 Der männliche welcher nicht das Fleisch seiner Vorhaut wird beschneiden, herausgerissen (ist) jene Seele aus seinem Volke, gegen meinen Bund hat sie verstossen."
Brauch, Tradition oder was?
Beschneidungsgegner tun die Beschneidung als archaisch/primitive Tradition ab. Ein Brauch, eine Tradition ist etwas was sich in Folge der Auslegung der Schriften etabliert hat und geändert werden könnte wenn man nur bereit wäre die Schriften anders auszulegen. Da die Beschneidung aber in der Torah direkt angesprochen wird, ist sie nicht Tradition oder Brauch sondern ein Gebot des Jüdischen Glaubens und indirekt auch des Islam.Man könnte demnach fordern daß die Eltern über ihr Handeln aufgeklärt werden, man kann sogar fordern daß der Vorgang selber von medizinisch geschultem Personal vorgenommen wird ohne mit dem Gebot selbst in Konflikt zu kommen.
Pro und Kontra Beschneidung
Pro:Man braucht kein Doktor zu sein um sich denken zu können daß Hautfalten ein vorzüglicher Aufenthaltsort für Bakterien/Krankheitskeime sind.
Kann sein dies, kann sein das - leider findet sich im Alten Testament keine Erklärung für dieses Gebot. Schluderigkeit beim Niederschreiben der Anweisungen? Ich glaube nicht. Da es nicht das einzige Mal ist, geht es wohl eher darum die Gläubigen zu nötigen sich Gedanken über deren Inhalt zu machen.
Significant acute complications happen rarely, occurring in about 1 in 500 newborn procedures in the United States... The mortality risk is estimated at 1 in every 500,000 neonatal procedures conducted within the United States.
Contra:
Das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit gemäß Artikel 2 des Grundgesetzes.
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| Traumatisiert oder fröhlich? |
An die erste Beschneidung bei der ich dabei war kann ich mich nicht mehr erinnern, dafür war ich zu jung. Auch an die Schmerzen kann ich mich nicht mehr erinnern und bin daher meinen Eltern für die schnelle Erledigung der Angelegenheit dankbar. Ich kann aber auf folgendes Link verweisen:
http://dradler-berlin.de/media/operation-beschneidung.pdf:
Dort findet sich folgendes:
Die Fachwelt ist sich uneins, wie ausgeprägt Schmerzempfindungen in der Genitalregion des Neugeborenen bzw. die Schmerzverarbeitung des Nervensystems beim Neugeborenen sind.
Tatsächlich weinen die Kleinen oft gar nicht, oder nur kurz, bzw. schreien bereits, wenn sie noch nicht mal entblößt sind, weil sie die ungewohnten Geräusche, die fremden Menschen und die fehlende Nähe zur Mutter missmutig stimmen. Sicher ist jedoch, das die Schmerzempfindung deutlich zunimmt, je älter das Kind ist. Schon drei Wochen nach der Geburt eines reif geborenen Kindes sind die Schmerzreaktionen deutlich und heftig weshalb spätestens dann eine örtliche Betäubung mittels Spritze und zuvor mittels Betäubungscreme erfolgen sollte.
Ist die medizinische Indikation hier relevant?
Ich meine - nein, weil es sich um ein Gebot handelt. Als Gläubiger wird man auch ohne erwiesene medizinische Vorteile beschneiden denn gläubig sein heißt zum einen die menschliche Unvollkommenheit zu sehen und zum anderen an eine höhere Instanz zu glauben die schon ihre Gründe haben wird wenn sie etwas anordnet.Rechtslage
Im folgenden einige Kommentare aus dem Zeit-Forum die mir relevant erschienen.Bei der Abwägung zwischen dem Recht der Eltern aus Artikel 6 sowie deren Recht auf die Freiheit der Religionsausübung gemäß Artikel 4 des Grundgesetzes auf der einen Seite und dem Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit (Artikel 2 Grundgesetz) auf der anderen Seite sei festzustellen, dass die Beschneidung als traditionell-rituelle Handlungsweise der Dokumentation der kulturellen und religiösen Zugehörigkeit zur muslimischen Lebensgemeinschaft diene. „Damit wird zugleich einer drohenden Stigmatisierung des Kindes entgegengewirkt“, heißt es im erstinstanzlichen Urteil welches dann in zweiter Instanz revidiert wurde.
BVerfGE 93, 1:
Problematisch wäre es wenn die Beschneidung zu einer dauerhaften Festlegung auf einen Glauben führen würde. Das ist aber nicht der Fall, jedenfalls ist mir keine Religion bekannt die von ihren Gläubigen verlangt unbeschnitten zu sein.
Praktische Konsequenzen eines Verbots
Hier der Versuch sich in die Lage des Kindes zu versetzen sollten die Empfehlungen des Europarates zu Gesetzen reifen.Jüdische und Muslimische Jungen in Deutschland müßten bis zum Erreichen der Religionsmündigkeit mit 14 abwarten um dann selber entscheiden zu können ob oder ob nicht. Statt daß die Beschneidung zu einem Zeitpunkt vollzogen wird an dem man über die Schmerzempfindung des Betroffenen diskutieren kann, würde sie auf einen Zeitpunkt verlegt wo es zweifellos weh tut - und warum? Weil jemand der eigendlich nichts damit zu tun hat ihm Vorhaut und eine Wahlfreiheit erhalten will die in der Praxis nicht durchsetzbar ist. Oder sollten sie etwa von Zeit zu Zeit vorstellig werden, die Hose runterlassen damit sichergestellt werden kann daß keine Gesetzesübertretung begangen worden ist? Sollten jüdische und muslimische Jungen in speziellen Internaten großgezogen werden damit sie mit 14 Jahren wirklich objektiv, von den Eltern unbeeinflusst entscheiden können?
Ein ziemlich extremes Szenario, realistischer sind diese beiden Möglichkeiten:
Die herannahende Entscheidung bliebe den Schulkameraden nicht verborgen. Würden sie den Jungen darin bestärken sich zu seinem Glauben zu bekennen oder würden sie ihn auffordern, im Sinne der Aufklärung, von diesem archaischen Ritus abzulassen? Wäre es nicht viel naheliegender daß sie die Gelegenheit nutzen würden den Jungen zu hänseln, oder sich sonstwie auf seine Kosten einen Spaß machen? Folge könnte sein daß die Eltern ihre Söhne lieber in "eigene" Schulen schicken um ihnen daß zu ersparen - Segregation statt Integration.
Sollte er bis dahin seine Verwandten in Israel oder der Türkei besuchen, werden die wohl hinter vorgehaltener Hand tuscheln - das wäre ein Beispiel für die im Erstinstanzlichen Urteil angesprochene Stigmatisierung. Ein viel besserer Nährboden für Komplexe als wenn man die ganze Sache in den ersten Lebenstagen hinter sich bringt. Wohl dem der Verwandten hat die bei sowas nicht tuscheln würden.
Noch wahrscheinlicher wäre, daß ein "Beschneidungstourismus" anfinge. Jene denen daran liegt würden ihren Sohn dann ausserhalb der EU beschneiden lassen. Effekt: Kinder würden weiterhin beschnitten werden, nur nicht "vor unserer Haustür". Der Junge müsste natürlich dafür sorgen diesen Umstand bis zu seinem 14ten Geburtstag zu verheimlichen.
Integration ist nicht Gleichmacherei sondern den Anderen in seinem Anderssein akzeptieren können. Dabei braucht man keine Angst zu haben der Andere könne sich nicht eingliedern nur weil er anders ist. Ich denke die meisten Migranten sind heilfroh in Deutschland zu sein und wenn sie auch nicht ihre eigene Identität ablegen wollen, so werden sie doch wenigstens wie gerngesehene Gäste sein wollen die ihren Teil zum Gesamtwohl beitragen, so war es jedenfalls bei meinen Eltern.
Aufklärung kontra Religion
Der Gläubige Mensch sieht die Unvollkommenheit des Menschen und sucht das vollkommene, das unveränderliche. Dies konnte von Stellvertretern ausgenutzt werden. Die Aufklärung hat es geschafft diesen Misständen durch das Prinzip der Bildung für alle, ein Ende zu setzen. Heute können wir lesen, wir können selber in die Quellen schauen und uns eine eigene Meinung bilden. Nun muß also alles erklär- und begründbar sein. Die Vernunft wird als oberste Instanz gesehen welche sich auf das derzeitige Wissen stützt. Dieses Wissen kann sich aber ändern und die menschliche Vernunft ist ein arg limitiertes und unzuverlässiges Ding. Ein Gläubiger wird nicht anfangen sein heiliges Buch zu editieren weil Teile davon mit dem gerade herrschenden ZeitGeist der Umgebung nicht in Einklang stehen denn in dem Fall hätte er seinen G-tt einem Geist geopfert.Eine Errungenschaft der Aufklärung ist daß man über alles offen reden kann, doch wenn als Folge davon die Genitalien Andersgläubiger ins Rampenlicht gezerrt und genauestens inspiziert werden anstatt sich mit dem Glaubens- und Regelgebäude der betroffenen Religionen auseinanderzusetzen um eine sinnvolle Diskussion zu führen wirft dies Fragen zum Wert der Offenheit auf.
Auch wenn man nicht glauben kann daß das was in den Heiligen Büchern erzählt wird in der Form stattgefunden haben kann, der Umstand das soviele Menschen sich bis Heute mit der Materie befassen legt nahe daß man etwas daraus lernen kann. Wenn man der Religion mit Misstrauen begegnet nur weil sie mal von Menschen zu ihren eigenen Zwecken missbraucht wurde kann man von ihren Inhalten nicht profitieren. Nur wer kein Interesse hat sich zu bessern weil er sich für vollkommen hält wird sich daran nicht stören.
zum Nachdenken
Wer die Beschneidung als gewalttätigen und barbarischen Brauch verurteilt sollte sich bewusst sein daß es noch einen Fall gibt in dem die Eltern für das Kind eine Entscheidung treffen, ohne zu warten bis es sich selber dazu äußern kann. Auch hier hat es für die Eltern eine große Bedeutung. Es ist die Abtreibung. Obwohl das Kind die Ausführung der Entscheidung nicht überlebt wird es als eine moderne Errungenschaft im Sinne der Gleichheit, Freiheit und Emanzipation gefeiert. Der Unterschied: bei der Abtreibung ist das Kind (Fötus) ungeboren und wird bis zum Zeitpunkt der Geburt nicht als vollwertiges Individuum angesehen.Dienstag, 19. November 2013
Maale Adummim in der YouTube
Wie weit ist es eigendlich von Jerusalem nach Maale Adummim/E1?
Links Maalot Dafna, dort befindet sich daß UNRWA Hauptquartier
Wie sieht die Stadt aus und wer wohnt da eigendlich?
Wie feiern Siedler?
Siedlerkinder bei Paramilitärischen Übungen?:
http://www.youtube.com/watch?v=ZisbNfDQ_Iw
Nein, ein inoffizielles, regionales Parcourtreffen.
Dienstag, 11. Juni 2013
Staatsland - Land eines Palästinenserstaates?
Staatsland - Land eines Palästinenserstaates?
Aktualisiert am 4.6.26
Im Westjordanland gilt immernoch daß Ottomanische Bodenrecht - weder die Briten, die Jordanier noch wir Israelis haben es je ausser Kraft gesetzt.
Seinerzeit gehörte alles Land was nicht in Privatbesitz war dem Sultan. Es konnte gepachtet werden, Steuern wurden in Relation zum Ertrag bezahlt. Wenn ein Pächter es 3 Jahre in Folge nicht bebaut hatte fiel es an den Sultan zurück und wurde was man Heute Staatsland nennt. Damit sollte sichergestellt werden daß das Land bebaut wird und die Steuereinnahmen des Sultans erhalten bleiben. Der Sultan war also der Souverän. Dann waren es die Briten durch Erhalt des Mandats, dann die Jordanier - wenn man deren Erwerb der Bodens durch eine Kriegerische Handlung akzeptiert und nun sind wir Israelis der Souverän. Im Unterschied zu den Jordaniern haben wir das Gebiet durch einen Selbstverteidigungskrieg in unsere Hände gebracht - daß Internationale Recht macht da einen Unterschied. Merke, die Palästinenser waren nie der Souverän da es bis Heute noch keinen Palästinensischen Staat gab.
| Bild A: Israelische Siedlung oder Palästinensischer Ort? Antwort unter Bild B |
In Zone A und B, die 38% der Fläche ausmachen und wo etwa 90% der Palästinenser wohnen, darf man als Israeli nicht rein – folgerichtig finden sich dort keine Siedlungen. Bleibt die Zone C mit 62% Anteil, die auch von Palästinensern genutzte Landwirtschaftliche Flächen enthalten kann. Allerdings ist nicht jeder Quadratmeter der Zone C fruchtbares Ackerland. Das gesamte Westjordanland ist 5640 Km² groß aber davon sind nur 980 Km² Anbaufläche (laut CIA Handbook). Die meisten Flächen sind entweder Hügelland oder Halbwüste wo Schafe und Ziegen weiden.
In den Wadis ist die Erdschicht dicker, oben auf den Hügeln ist sie viel dünner – sie sind also für die Landwirtschaft ungeeignet. Diesen Umstand machte man sich für den Siedlungsbau zunutze und daher sind Siedlungen immer in Zone C auf ebendiesen Hügelkuppen und nicht, oder nicht in erster Linie um von oben herab die da unten zu kontrollieren.
Bild B: Israelische Siedlung oder Palästinensischer Ort? Bild A zeigt das Palästinensische Azaria, hier sieht man Maale Adummim |
Es gab Fälle wo Siedler in Eigeninitiative auf Palästinensischem Privatland bauten. Die Betroffenen haben aber das Recht vor dem Obersten Israelischen Gerichtshof zu klagen. Manchmal ist der eindeutige Beweis der Eigentumsrechte problematisch, es wurden aber Siedlungen geräumt die auf Böden errichtet wurden die nachweislich Privatland in Arabischem Besitz waren. So z.B. die Entscheidung zum Aussenposten von Migron.
