Warum ich im Forum aktiv bin
Gegen den Rest der Welt?
Wenn
manche im Forum die furchtbare Wahrheit meiner, allein durch die
Wohnadresse bedingten Identität erfahren, scheint mir sie verfallen
in Schnappatmung und unterstellen mit eine ganze Reihe von Dingen.
Anstatt die Gelegenheit zu nutzen von jemandem der sich vor Ort
befindet mehr zu erfahren, finden sich jene die mit Halbwissen und
völliger Faktenresistenz gewappnet, krampfhaft versuchen aus mir ein
Schuldeingeständnis herauszupressen. Manche sehen es sogar als ihre
Aufgabe die Mitforisten in Heroldmanier vor mir zu warnen, wohl um
die Ahnungslosen vor hemmungsloser Indoktrination zu bewahren.
Sitze
ich also wirklich in der Schublade der gewalttätigen ideologischen
Siedler und versuche um jeden Preis alles und jedes zu rechtfertigen
was meine Siedlerkollegen und die Regierung tut, oder habe ich als
Israeli meine Hausaufgaben gemacht und bin so zu etwas anderen
Schlussfolgerungen gekommen?
Gerade
aus der Distanz sollte man sich bewusst sein daß man nur einen
kleinen, obendrein editierten, Teil des Bildes sieht und oft die
Kenntnisse fehlen um die Vorgänge einzuordnen. Und umgekehrt: auch
wenn man mittendrin lebt, heißt dies nicht daß man nicht mehr klar
denken kann. Es ist letztendlich eine Frage des Bewusstseins und der
Ehrlichkeit und die sollte man keinem nur wegen seiner Adresse
absprechen.
Wenn
ich die Liste der Aspekte aufzähle warum wir Juden Ansprüche auf
das WestJordanLand haben, geht es mir nicht darum 2.8 Mill.
Palästinenser zu vertreiben, sondern eine Deportierung von 700.000
Israelis aus demselben Gebiet zu verhindern. Statt damit eine
interessante Diskussion anzuregen, stoße ich bei vielen Mitforisten
auf taube Ohren und ein sich verbarrikadieren hinter UN Beschlüssen
und ICJ Gutachten.
Wenn
solche Autoritäten schon ein Urteil gefällt haben, warum gebe ich
dann nicht auf? Bin ich etwa ein trotziger Geisterfahrer, wie mir
unlängst ein Mitforist vorwarf? Ich denke nein, denn all diese
Resolutionen und Urteile stützen sich einzig auf einen Artikel der
4ten Genfer Konvention. Mehr dazu in dem Beitrag:
https://zonecinfo.blogspot.com/2026/05/h3-margin-top-0.html
Warum ich das mache
Stellen
Sie sich vor: zu
Ihrem Erstaunen entdecken Sie dass in Internetforen in Tansania der
Konflikt zwischen Hessen und Uiguren
intensivst diskutiert wird. Da die Uiguren
unterlegen sind, ist man natürlich auf deren Seite und als ehemalige
deutsche Kolonie meint man in
Tansania
das kriegerische deutsche
Wesen gut zu kennen. Sie
sind mit dem Verhalten Ihrer Regierung nicht einverstanden, in
Tansania wird aber jede Verfehlung und jede unvorsichtige Aussage an
das eigene Wahlvolk gleich zu Beweisen für einen
aufkommenden
Rassismus aufgebauscht.
Als Quellen werden Englische Zeitungen zitiert. Politische
Entscheidungen die die Uiguren
betreffen werden an UN Resolutionen gemessen.
Wie
würden Sie sich fühlen wenn woanders Ihr Verhalten von Leuten
beurteilt wird die meinen Ihr Land und die Verhältnisse bestens aus
den Medien zu kennen?
Die
Sprachkenntnisse und die Kenntnis westlicher Werte sind
mir
von
der Schulzeit und dem Studium in Deutschland
geblieben, warum also nicht weitermachen. Gerade jetzt wo ich mir
vorstellen kann
wie Juden in der Golah (außerhalb Israels) bedrängt werden Israel
zu verurteilen, während es ihnen an Gegenargumenten fehlt. Die will
ich anbieten, in dem Glauben damit die Diskussion auf ein höheres
Niveau heben zu können.
Westliches Narrativ
Das
Narrativ der westlichen Medien leidet an einer
der-Schwächere-wird-sicher-Recht-haben Agenda und dem Confirmation
Bias. Das ist der Drang nach Bestätigungen für die eigenen Aussagen
zu suchen. Das Ergebnis ist eine immer schlimmer werdende
Dämonisierung Israels. Aufgabe von Berichterstattern ist es aber
nicht nach noch weiteren Belegen für ihre eigene Meinung zu suchen,
sondern die Lage so darzustellen wie sie ist, selbst wenn sie voller
Widersprüchlichkeiten ist (die man dann
als Berichterstatter erklären muß wenn
man nicht zum Wahrheitsbestatter werden will)
und es das Publikum strapazieren könnte.
Beispiele
finden sich in diesem Link:
Forum
Warum
sich Anfeindungen im Forum aussetzen? So viele Kommentare, so viele
Halbwahrheiten, so wenig Hintergrundwissen. Es macht das Forum für
mich zu einem Ort wo ich die neuesten Vorwürfe der Gegenseite
kennenlerne, die nicht müde wird immer neue und krassere
Unterstellungen aus dem Hut zu zaubern, die dann mit griffigen
Reizwörtern (Kolonialismus, Apartheid, Genozid, ...) belegt werden.
Wäre ich nicht ständig damit beschäftigt gegen Übertreibungen und
Halbwahrheiten anzugehen, könnte ich Ausgewogenheit demonstrieren,
denn die Realität ist Komplex und mit vielen Dilemmata gespickt.
Ich
frage erst mal nach den geltenden rechtlichen Grundlagen, siehe
hier:
https://zonecinfo.blogspot.com/2013/11/westjordanland-judisches-erbe.html
Danach gehe
ich aber auch auf die ethische Ebene und frage ob diese Regeln
sinnvoll und gerecht sind.
Ich
versuche mit Quellenangaben und dem Appell an den gesunden
Menschenverstand richtigzustellen, auch wenn mir scheint daß in
letzter Zeit Relativierungen immer weniger erwünscht sind, so als ob
der israelisch-palästinensische Konflikt eine Angelegenheit des
Bauchgefühls ist, jenseits der Meinungsfreiheit.
Trotzdem
reizt mich immernoch die Auseinandersetzung mit Andersdenkenden. Man
kann seine Erklärungsansätze im Forum ausprobieren und manchmal
finden sich auch interessante Quellenverweise.
Ein
wechselseitiger Prozess der mich dazu bringt mein Wissen zu erweitern
und die eigenen Standpunkte manchmal sogar zu überprüfen.
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