Mittwoch, 3. Juni 2026

 

Wahlen 2026

Kurzfassung: Rechtsruck - ja, Netanjahuhörigkeit - nein.

Ausführliche Fassung: 

Am 2.6. wurde in der Knesset beschlossen die Neuwahlen vorzuziehen. Statt im November werden sie zwischen Anfang September und gegen Ende Oktober stattfinden. 

Die israelische Politik ist weniger von Ideologien, als durch Gruppierungen mit ihren eigenen Parteien bestimmt. 

Die Orthodoxen (12% Bevölkerungsanteil) haben je eine Partei für die Aschkenasim und eine für die Misrachim (die europäische und die nordafrikanisch-orientalische Strömung). Sie sind bequeme Koalitionspartner. Ihre Größe ist von vorneherein bekannt, denn alle Orthodoxen wählen Orthodox und ihre Wahlbeteiligung ist hoch. Man muß ihnen nur kontinuierlich mehr und mehr Geld zukommen lassen.

Bei den arabischen Israelis (20% Bevölkerungsanteil) war die Wahlbeteiligung meist wesentlich geringer. Daher mußten sich die vier arabischen Parteien zur Gemeinsamen Liste zusammenschliessen um die 3.25% Hürde für den Einzug in die Knesset (Parlament) zu überwinden. Bei den vorletzten Wahlen scherte der Führer der islamischen Ra`am Partei als erster mit einer pragmatischen Einstellung aus. Wer mir das meiste verspricht mit dem gehe ich. Ein neuartiger Ansatz, denn bisher haben sich die arabischen Knessetabgeordneten als Sprachrohr der palästinensichen Sache aufgefasst - nur, die arabischen Israelis haben ihre eigenen Probleme. Seine Wähler honorierten diesen Pragmatismus indem die Partei alleine den Einzug in die Knesset schaffte.

Libermans „Israel Beiteinu“ (Israel ist unser Haus) vertritt auch eine Gruppierung, und zwar die russischen nicht-mehr-so-neu Einwanderer. Ins Land einwandern darf wer jüdische Großeltern hatte, auch wenn er/sie es aber selbst nicht ist. Wenn er/sie allerdings eine Jüdin/Juden/heiraten wollen, werden sie Ärger mit dem Rabbinat kriegen. Von 8,9 Mill. Israelis fallen 300.000 Menschen in diese Kategorie und Liberman sorgt für ihre Interessen.

Dann gibt es noch die Parteien die auf Personen basieren. Krassestes Beispiel ist Netanjahu, der nicht die konservative Ideologie des Likud (Verbund) vertritt, sondern seine eigenen Interessen und den Likud mit seinen Leuten durchsetzt hat. Die meisten ideologischen „Likudnikim“ haben die Partei schon lange verlassen.  „Kronprinz“ Gideon Saar, gründete die „Tikva Chadascha“ (Neue Hoffnung) Partei, die aber mittlerweile wieder im Likud aufgegangen ist. 

Auch Liberman hat sich vor knapp zwei Jahren gegen Netanjahu gestellt. Dann hätten wir noch Bennett, der sich nach den letzten, verlorenen Wahlen aus der Politik zurückzog, nun aber mit einer neuen Partei und wieder mit Lapid in dem Parteienbündnis namens "Bejachad" (Zusammen) antritt.

Gantz und Saar hatten sich vor den letzten Wahlen zur Neuen Blau-Weissen Hoffnung zusammengeschlossen und später dann mit dem Likud koaliert. Gantz ist dann aus dieser Koalition ausgetreten, Saar ist geblieben. Benny Gantz hat mit seiner Kachol-Lavan (Blau-Weiss) Partei viel an Popularität verloren wegen seinem Zickzackkurs. Er schafft es derzeit nicht mehr in die Knesset.

Bleiben noch auf der linken Seite die ehemals führende Avoda (Arbeits) Partei und Meretz (Intensiv) wo es mehr um Inhalte zu gehen scheint, wo allerdings auch die Loyalität zum Parteivorsitzenden geringer ist, was der Stabilität der Partei abträglich ist. Die Basis dieser Parteien ist dermaßen geschrumpft daß sie sich zusammenschließen mußten um überhaupt eine Chance zu haben die geforderten mindestens 4 Mandate bei den Wahlen zu erringen.

Geht es den Linksparteien so schlecht weil wir Israelis von Natur aus den Palästinensern nur Schlechtes wollen? Nein, die beiden Parteien leisteten sich den Luxus innerer Zerstrittenheit aufgrund von ideologischen und personellen Differenzen, während besonders beim Likud Loyalität zählt.

Derzeit gibt es in der Knesset drei Blöcke die sich nach ihrem Verhältnis zu Netanjahu einordnen lassen. 

Die Koalition, die auf Netanjahu setzt weil er der erfahrenste Politiker weit und breit ist. Bei Umfragen liegen sie schon seit längerer Zeit unter den notwendigen 61 Mandaten zur Regierungsneubildung.

Die arabischen Parteien die nicht koalieren wollen. Sie kommen auf 10 Mandate, die sie eigentlich den beiden anderen Blöcken wegnehmen.

Die nur-nicht-Netanjahu Opposition die mehr Mandate als die Koalition erzielt, sich aber schwer tut eine absolute Mehrheit zu erreichen. 

Positionen

Die Beobachter aus dem Ausland interessiert weder Sozial- noch Bildungspolitik, oder der Umstand daß die Orthodoxen keinen Militärdienst leisten wollen, sondern nur das Verhältnis zu den Palästinensern. 

Eigentlich ist es ganz einfach: Links sind jene die meinen als Stärkerer müsse man den ersten Schritt machen und etwas tun damit der „Dampfkochtopf“ nicht explodiert. Rechts sind jene die den Arabern ob der bisherigen Erfahrungen misstrauen und lieber auf noch mehr Kontrolle setzen. Zentrum sind jene dazwischen.

Also, Aufteilung der Parteien nach ihrer Bereitschaft das Westjordanland und Ost-Jerusalem zu räumen:

  • für eine völlige Räumung des Westjordanlandes: 2 Arabische Parteien = 10 Mandate.

  • Räumung gegen Gebietstausch: Demokraten = 11 Mandate.

  • wahrscheinlich keine bis ganz sicher keine Räumung: die 8 übrigen Parteien = 99 Mandate.

Mit einer völligen Räumung des Westjordanlandes um die 2-Staaten Phantasien verwirklichen zu können wird es also vorerst wohl nichts.

Kommt es daher daß wir Israelis einfach von Grund auf Böse sind und den Palästinensern kein eigenes Land gönnen?

Wir sehen das natürlich anders. Um diese Entwicklung zu verstehen muß man sich mit der israelischen Sichtweise auseinandersetzen.

1967 von den Jordaniern erobert, soll nun mit den Palästinensern verhandelt werden. Die waren aber bis 1993, der Unterzeichnung der Osloer Verträge, als Verhandlungspartner nicht existent.

Es ist unrealistisch zu erwarten daß die eine Seite 26 Jahre und länger regungslos wartet bis die andere Seite verhandlungsbereit ist. Genauso wie es unrealistisch ist zu erwarten jüdische Israelis wären bereit auf den Ausbau jener Stadt verzichten die 424 Jahre lang Hauptstadt war, in der 960 Jahre lang der Tempel, das Hauptheiligtum, stand und die seit etwa 2983 Jahren als religiöses Zentrum gilt. Daher ist eine völlige Räumung des Westjordanlandes und der jüdischen Stadtteile in Nord und Südjerusalem nicht im israelischen Konsens, auch da es die Umsiedlung von 700.000 Israelis bedeuten würde. Das sind 10% der jüdischen Bevölkerung des Landes. Selbst Meretz forderte in seinem Parteiprogramm den Verzicht auf Räumung der Siedlungsblöcke gegen Gebietstausch.

Die weniger Kompromissbereiten stärken ihre Position wegen der schlechten Erfahrungen die man mit den Palästinensern gemacht hat. Etwa alle zwei bis vier Wochen gibt es irgendwo im Land einen Anschlag. Freigelassene Palästinenser werden von ihren Leuten gefeiert, auch jene die Israelis ermordet haben. Beerdigungen palästinensischer Opfer gleichen eher Massendemonstrationen, Beerdigungen israelischer Opfer gleichen Beerdigungen in der westlichen Welt.

So sollte es nicht schwer fallen zu verstehen daß die meisten jüdischen Israelis sich eher zur sicherer Stagnation als zu unsicherer Progression hingezogen fühlen.

Um den Pfad der unsicheren Progression einzuschlagen bedarf es eines charismatischen Protagonisten der das Wahlvolk zur Risikobereitschaft motivieren kann.

 

Aktuelle Umfrageergebnisse finden sich hier:

 https://en.wikipedia.org/wiki/Opinion_polling_for_the_2026_Israeli_legislative_election

 Aktuelle Umfrageergebnisse zum populärsten Kandidaten als Premierminister finden sich hier:

 https://en.wikipedia.org/wiki/Leadership_opinion_polling_for_the_2026_Israeli_legislative_election

 

Nur-nicht- Netanjahu.

"Demokratim" ist die liberalste Option in der israelischen Parteienlandschaft. Ihre Wähler befürworten einen Fortgang der Verhandlungen mit den Palästinenserinnen. Hier finden die liberalen, wohlhabenden Intellektuellen Schöngeister aus dem Tel Aviver Norden ihre geistige Heimat.

11 Mandate

"Bejachad" = Zusammen, ein Zusammenschluß der beiden folgenden Parteien: 

 „Jesch Atid“ = es hat eine Zukunft

Die Zentrumspartei wurde 2012 von dem TV Talkshowmaster Jair Lapid gegründet, der, wie schon sein politisch aktiver Vater Tommy, den Orthodoxen kritisch gegenübersteht. Hat unter dem Motto "gerechte Aufteilung der Last" die Einberufung oder Zivildienst für Orthodoxe versucht. Lapid hatte es bei der Wahl 2013 erfolgreich geschafft, Politikverdrossenheit und soziale Abstiegsängste der Mittelklasse in Wählerstimmen umzumünzen. 

 Jesh Atid befürwortet eine Fortsetzung der Verhandlungen mit den Palästinensern und eine sofortige Verringerung der Investitionen in der Zone C und die Zwei-Staaten Lösung. 

"Bennett 2026"

Bennet ist in Umfragen sehr populär und gilt neben Eisenkot derzeit als Kandidat der Netanjahu ablösen könnte

Er war für eine Annektierung der Zone C im Westjordanland, und war dafür bereit den hier lebenden 50 – 90.000 Palästinensern die israelische Staatsbürgerschaft zu gewähren. Ein Rückkehrrecht für Palästinensische Flüchtlinge lehnt er ab. Es wird eine schrittweise Annektierung des Gazastreifens durch Ägypten vorgeschlagen, bei Beibehaltung der völligen Trennung zum Westjordanland. Massive Investitionen werden befürwortet um das jüdisch – arabische Zusammenleben zu verbessern.

Zusammen 22 Mandate

"Yashar" = Geradeaus, Ehrlich 

 Die Partei des ehemaligen Generalstabschefs Eisenkot. Er war Anfangs mit in der Partei von Gantz, hat dann aber seine eigene Partei gegründet als seine Popularität die von Gantz weit übertraf.

17 Mandate 

Israel Beiteinu“ = Israel unser Haus, die Libermanpartei

War vor langen Jahren mal die geistige Heimat der zahlreichen Neueinwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Der Parteivorsitzende wird gerne in den westlichen Medien wegen seiner markigen Sprüche zitiert.

In einem Interview 2011 schlug Avigdor Lieberman eine völlige Neuaufteilung des ehemaligen Mandatsgebietes vor. Vorwiegend von Arabern bewohnte Gebiete werden Teil der palästinsischen Autonomiegebiete, vorwiegend von Juden bewohnte Gebiete werden Teil Israels. Dabei würden von arabischen Israelis bewohnte Gebiete Palästinensisch werden. Dies hat ihm den Ruf eines Rassisten in den westlichen Medien eingebracht.

Er wurde nach jahrelangen Ermittlungen vom Korruptionsverdacht freigesprochen. 

Bis vor einigen Jahren ein langjähriger, enger Freund Netanjahus, mit guten Kontakten zu den religiösen Parteien. Bei Wahlen schnitt er schlecht ab, denn nur die älteren Neueinwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion hielten ihm noch die Treue.

Dann erfand er sich neu: er stellte sich gegen die religiösen Parteien und forderte eine große Koalition von Likud und Blau-Weiss. Dies brachte ihm den Zorn der Likud Politiker ein, aber wahrscheinlich auch weit mehr Stimmen, denn eine solche große Koalition wäre zur Regierungsbildung nicht, wie bisher, auf die religiösen Parteien angewiesen und so könnte man die großen finanziellen Zuwendungen an die Religiösen wesentlich verringern. Für die demografisch bedrängten Säkularen ein sehr attraktiver Gedanke. 

9 Mandate

Ra ám“ = Vereinigte Arabische Liste

eine islamische Partei die, wie die orthodoxen Parteien, einem religiösen Rat der Weisen untersteht, der die Richtung vorgibt. Der Vorsitzende Mansour Abbas ist allerdings sehr pragmatisch eingestellt

5 Mandate

 

Gegen Netanjahu, aber auch gegen seine Gegner:

Hadash - Ta'al“ = Neu

Ein Zusammenschluss von zwei arabischen Parteien um die 3.25% Hürde zu schaffen. Wahlplakate und sonstiges Propagandamaterial sind auf Arabisch, das jüdische Publikum wird also gar nicht angesprochen.

Hier findet sich der ehemalige Arafat Berater, Ahmed Tibi und eine Flottillenteilnehmerin war auch dabei.

Dies ist, neben Ra'am die einzige Gruppierung die für die völlige Räumung aller Besetzten Gebiete ist.

5 Mandate

  

Nur Netanjahu:

Likud“ = Verband         Die Netanjahu Partei



Es ist die erste Partei die mit den arabischen Nachbarstaaten Friedensverträge unterzeichnet hat. Im Juni 2009 hat sich Staatschef Benjamin Netanyahu in der sogenannten Bar-Ilan Rede (benannt nach der Universität an der sie gehalten wurde) für einen demilitarisierten Palästinenserstaat ausgesprochen. Jerusalem sollte dabei ungeteilte Hauptstadt Israels bleiben.

Auf der Likud Homepage hieß es einst: „Hamas continues to bring in tremendous quantities of munitions...

There cannot be any unilateral withdrawals in the future. Any area that the IDF evacuates will be taken over at once by the Hamas, and every withdrawal will broadcast a message of weakness and surrender.

The Likud is prepared to make concessions in exchange for peace. I do not believe that the Palestinians are prepared today to make the type of historic compromise that would end the conflict.

Israel should be focusing its efforts instead on helping Abu Mazen and Fayad improve the day-to-day lives of Palestinians. In particular, we should be trying to help them rapidly develop their economy. While this will not resolve the conflict, it can create an environment in which negotiations would have a better chance of succeeding.

The Likud and its leader will insist that the responsibility for the security of the citizens of the State of Israel remains firmly in the hands of the State and that Israel's right to defend its borders will be secured, a right that is grounded in UN Resolutions 242 and 338

The Likud government under Netanyahu will combat every terror offensive with a clear and decisive response.”

Ein Parteiprogramm findet sich im Internet nicht.

Netanjahu versucht "Links" zum Schimpfwort umzustilisieren, wobei es scheint das für ihn alles Links ist, was nicht Likud ist, oder bereit mit ihm zu koalieren..

23 Mandate

Schas“ = Initialen für Sephardische Tora Wächter

Shas ist die sektoriale Partei der Orthodox-sephardischen/orientalischen Juden die von Politik keine Ahnung haben und sowieso wählen was ihnen ihr Rabbiner vorschreibt.

Parteivorsitzender ist Arje Deri der im Jahr 2000 zu vier Jahren Gefängnis wegen Korruption, Betrug und Amtsmissbrauch (als Innenminister) verurteilt wurde.

8 Mandate

Jahadut HaTora“ = Judenheit der Tora

Jahadut Hatora die sektoriale Partei der Orthodox-aschkenasischen Juden die von Politik keine Ahnung haben und sowieso wählen was ihnen ihr Rabbiner vorschreibt.

Wie bei Shas gibt es auch hier orthodoxe Politiker, die aber, wie dort, ihrem obersten Rabbinerrat unterstehen, der bei wichtigen Entscheidungen das letzte Wort hat.

Mandate

Die beiden folgenden Parteien wurden vor den letzten Wahlen von Netanjahu zu einem Zusammenschluss gedrängt um so die 3.25% Hürde zu nehmen und ihm eine regierungsfähige Koalition zu ermöglichen.

Hazionut Hadatit“ = Religiöse Zionisten

 Die Smotrich-Partei, der einen Staat nach jüdischen Gesetzen herbeisehnt und die Interessen der ideologischen Siedler vertritt. Setzt sich natürlich für eine Annektion der Zone C ein. Unklar ob sie in der nächsten Knesset sein wird da sehr viele mit Finanzminister Smotrich sehr unzufrieden sind. 

 3-4 Mandate

„Otzmah Jehudit“  = Jüdische Stärke

Die Ben-Gvir Partei. Ein leutseliger Rassist und Populist. 

Die Position den Palästinensern gegenüber besticht duch ihre Einfachheit: wer nicht pariert fliegt raus. Diese Partei scheint junge Orthodoxe mehr anzusprechen als die beiden orthodoxen Parteien mit ihren greisen Führungsriegen.

8 Mandate

 

Montag, 25. Mai 2026

  

Völkerrecht, oder wie versucht wird die ganze Welt über einen Kamm zu scheren.


Oft wird im Forum auf das Völkerrecht verwiesen, so als sei es in Stein gemeißelt und allgemeingültig. Ist es dass aber?

Wichtigste positivrechtliche Rechtsquellen des Völkerrechts sind die Charta der Vereinten Nationen … Der wesentliche Unterschied zwischen dem Völkerrecht und dem innerstaatlichen Recht besteht im Fehlen eines kompakten Kodex, eines zentralen Gesetzgebungsorgans, einer umfassenden, hierarchisch strukturierten Gerichtsbarkeit und einer allzeit verfügbaren Exekutivgewalt zur gleichförmigen Durchsetzung völkerrechtlicher Grundsätze. Das klassische Völkerrecht wird den Staaten nicht oktroyiert, sondern stellt eine Koordinationsordnung zwischen ihnen dar. … In den letzten Jahrzehnten gibt es Entwicklungen hin zu einer zentralen Rechtsetzung im Völkerrecht. … und sich dem sogenannten zwingenden Recht, dem ius cogens, zu nähern … wird teilweise kritisch, teilweise gar skeptisch gesehen, weil es nicht der Konzeption des Sicherheitsrates als Exekutivorgan entspricht, der sich mit der Lösung einzelner Konflikte beschäftigen und nicht als „Weltgesetzgeber“ auftreten soll.

https://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lkerrecht

Nicht viel mehr als eine Koordinationsordnung zwischen Staaten also.

Wenn Juristen in einer ruhigen Ecke der Welt versuchen Ordnung in Kriege woanders auf der Welt zu bringen, bin ich schonmal ziemlich skeptisch. So findet sich im Völkerrecht ein Bezug auf Zivilopfer – deren Zahl angemessen sein darf – aber ohne Verhältnisangabe.

"Collateral damage" is a term for any incidental and undesired death, injury or other damage inflicted, especially on civilians

International Humanitarian Law and the Rome Statute: Military necessity, along with distinction and proportionality, … , are three important principles of international humanitarian law, governing the legal use of force in an armed conflict. Offensives causing collateral damage are not automatically classed as a war crimes. They are war crimes when the objective is excessively or solely collateral damage.

https://en.wikipedia.org/wiki/Collateral_damage#International_humanitarian_law

Wieviel ist Unverhältnismäßig? Dazu äussert sich weder das Internationale Recht, noch das Rom Statut. Prinzipien statt konkreter Zahlenverhältnisse. Solche Unterlassungen ermöglichen es das Völkerrecht als politische Waffe einzusetzen.

Paragraphen des Völkerrechts sind nicht nötig um zu der Einsicht zu gelangen dass Krieg immer schlecht ist. Er schafft großes Durcheinander bei dem Unschuldige getötet und Sachwerte beschädigt werden. Deshalb aber bei der allgemeinen Verurteilung des Krieges stehenzubleiben und daher nur auf Verhandlungen und scharf formulierte Protestnoten zu setzen ist mir zu einfach. Das mag funktionieren wenn der Gegner die gleichen westlichen Werte teilt, was aber wenn es sich um eine Theokratie handelt wie beim Iran, oder um eine Terrororganisation die einen ganzen Landstrich beherrscht wie im Falle der Hamas mit dem Gazastreifen? Wenn jemand nicht das Wohl der Allgemeinheit voranstellt, oder gar nach den idealen der extremen Auslegung einer bestimmten Religion tickt?

Da auf UN Organisationen oder gar Truppen zu verweisen ist naiv.

Die UNEF ist 1967 aus dem Sinai abgezogen, die UNDOF 2013 aus Syrien, die UNIFIL im Libanon konnte nicht verhindern das sich die Hisbollah direkt am Grenzzaun breitmachte und es fällt mir schwer zu glauben dass die UNWRA die Hamas mit dem Verweis auf die einzuhaltende Neutralität daran hindern konnte ihre Einrichtungen zu nutzen. Diese Organe haben die Eigenheit die Krisengebiete zu verlassen sobald es brenzlig wird. UN Resolutionen sind daher eigentlich nicht viel mehr als ein Appell an Anstand und Emphatie, denn Staaten handeln letztendlich nach eigenen Interessen.

Angewendet wird dieses Völkerrecht von der UN und dem IGH auf die Lage im WestJordanLand. Was dabei herauskommt ist bemerkenswert unausgewogen.

Wenn von Recht die Rede ist wäre eigentlich zu erwarten dass erstmal alle Aspekte gesichtet werden und dann abgewogen wird. Das passiert in diesem Fall aber nicht. Da stützt man sich auf einen einzigen Artikel der Vierten Genfer Konvention und blendet alle anderen Aspekte aus.

Der besagt dass man die eigene Bevölkerung nicht in eroberte Gebiete transferieren darf. (Art.49)

Und was sind die anderen Aspekte?

Man kann das WJL als noch nicht verteiltes Mandatsgebiet sehen, dann würde die Balfour Deklaration greifen, die Bestandteil des Völkerbundsmandates ist. Die Deklaration besagt das Juden sich überall dort ansiedeln dürfen wo sie die sich dort bereits Befindlichen nicht stören. Jordanien, das Teil des Mandatsgebiets war und 77% der Fläche ausmachte, wurde von den Briten abgetrennt. Das Siedlungsgebiet wurde also von Anfang an erheblich eingeschränkt.

Ein anderer Aspekt ist dass in den ersten 10 Jahren das WJL von der sozialdemokratischen Regierung freigehalten wurde. Die Palästinenser brauchten aber 23 Jahre bis sie überhaupt bereit waren zu verhandeln. Dabei ist das WJL nicht irgendein abgelegenes Gebiet irgendwo hinter den Bergen, es grenzt direkt an den Ballungsraum von Tel Aviv und die Grüne Linie verläuft mitten durch Jerusalem. Man stelle sich vor das Zentrum von Berlin bliebe nach dem Fall der Mauer unangetastet weil noch juristische Fragen mit der ehemaligen DDR Regierung zu klären wären.

Und warum wird ein Gebietstausch wie ein Sakrileg angesehen? Das WJL ist 5640 Km² groß und die Fläche aller Siedlungen macht knapp 10% davon aus. Wenn man Israel und das WJL als ehemaliges Mandatsgebiet sieht, könnte man es als eine nachträgliche Umverteilung zwecks Anpassung an städtebauliche Wachstumsprozesse sehen.

An seiner Südwestecke gibt es auf israelischer Seite ein recht dünnbesiedeltes Gebiet (nein, keine Wüste die hinterhältige Zionisten den arglosen Palästinensern zuschachern wollen), ein solcher Gebietstausch wäre also garnicht so unrealistisch.

Ich kenne kein anderes Beispiel in der Weltpolitik wo wieder und wieder gefordert wird den Zustand von vor mehreren Jahrzehnten wiederherzustellen weil man meint ein zweigeteilter, feindlich gesinnter Zwergstaat, mitten in einem Kleinstaat, sei der Garant für einen Frieden. Weder bei der West-Sahara noch bei Nordzypern.

Und was wären die Folgen?

700.000 Israelis müssten umziehen. Der für uns Juden heiligste Wallfahrtsort, die Klagemauer, würde zu palästinensischem Staatsgebiet werden weil er ein paar hundert Meter hinter der geheiligten Grünen Linie liegt. Dasselbe gilt für das mehrere Jahrhunderte alte jüdische Viertel der Altstadt und den noch älteren, weltweit größten jüdischen Friedhof.

Sind Palästinenser etwa nicht in der Lage solche Stätten von Andersgläubigen zu verwalten?

Nein, ich behaupte sie sind dazu, derzeit zumindest, nicht in der Lage. Siehe wie es dem Josefsgrab ergangen ist.

"Seit dem 12. Dezember 1995 gehört Nablus zum palästinensischen Autonomiegebiet. Im Interimsabkommen ... wurde vereinbart, dass das Josefsgrab eine israelische Enklave bleibt. ... Oktober 2000, dem Vorabend vom Jom Kippur, wurde das Grab ... verwüstet. 2002 ebenfalls am Versöhnungstag fast völlig zerstört ... Oktober 2015 steckte eine Gruppe von etwa 100 Palästinensern die Grabstätte in Brand und beschädigte sie dadurch schwer. März 2019 ... zwei Palästinenser, als sie aus ihrem Fahrzeug Sprengsätze ... geworfen hatten. April 2022 ... den Grabstein zertrümmert und einen Brand gelegt."
https://de.wikipedia.org/wiki/Josefs_Grab

Korrekturen sind also ohnehin nötig.

Was ist das für eine Auslegung des Völkerrechts durch UN und IGH ist das, die all dies ignoriert und wenn dadurch Schuppen die vor 50 Jahren noch nicht standen legitim werden, aber die Räumung eines 2500 Jahre alten Heiligen Stätte unausgesprochen gefordert wird?

Quellen für das Völkerrecht:

http://en.wikisource.org/wiki/International_Covenant_on_Civil_and_Political_Rights

Haager Landkriegsordnung 1907

https://www.1000dokumente.de/Dokumente/Haager_Landkriegsordnung

Genfer Konventionen

http://en.wikipedia.org/wiki/Geneva_Conventions

Vierte Genfer Konvention

https://ihl-databases.icrc.org/en/ihl-treaties/gciv-1949

UN Charta

https://www.un.org/en/about-us/un-charter/full-text

Sonntag, 29. Juni 2025

 

Haaretz - ein objektives israelisches Medium? 

 



Vor kurzem ist ein Beitrag in der israelischen Tageszeitung Haaretz erschienen der das wahllose Abknallen von Gazastreiflern in der Umgebung der 4 Verteilerzentren zum Thema hat. Ein gefundenes Fressen für die Israelkritiker in den Foren wo auf diesen Beitrag Bezug genommen wird. Ich gebe aus dem Beitrag nur die Teile wieder die ich für relevant halte.

„… commanders ordered troops to shoot at crowds to drive them away or disperse them, even though it was clear they posed no threat. … GHF is known to have been set up by Israel in coordination with U.S. evangelicals and private security contractors. … They are staffed by American and Palestinian workers and secured by the IDF from a distance of several hundred meters. … The distribution centers typically open for just one hour each morning. According to officers and soldiers who served in their areas, the IDF fires at people who arrive before opening hours to prevent them from approaching, or again after the centers close, to disperse them. …

Es geht also darum die Massen in den Zeiten von den Verteilzentren fernzuhalten in denen keine Hilfsgüter verteilt werden.

The officer explained that the security on the sites is organized into several tiers. Inside the distribution centers and the "corridor" leading to them are american workers, and the IDF is not permitted to operate in that space. A more external layer is made up of Palestinian supervisors, some of them armed and affiliated with the Abu Shabab militia. The IDF's security perimeter includes tanks, snipers, and mortars.Residents don't know when each center will open, which adds to the pressure on the sites and contributes to harm to civilians. … I don't know who's making the decisions, but we give instructions to the population and then either don't follow through with them or change them," he said. "Earlier this month, there were cases where we were notified a message had gone out saying the center would open in the afternoon, and people showed up early in the morning to be first in line for food. Because they arrived too early, the distribution was canceled that day." … the legal officials instructed that the incidents be investigated by the IDF General Staff's Fact-Finding Assessment Mechanism. This body, established ater the Mavi Marmara incident, tasked with examining cases where there is suspected violation of the laws of war, to fend off international demands to investigate IDF soldiers for alleged war crimes. … An IDF spokesperson responded: "Hamas is a brutal terrorist organization that starves the Gazan population and endangers them to maintain its rule in the Gaza Strip. Hamas does everything in its power to prevent the successful distribution of food in Gaza and to disrupt humanitarian aid. …”

Die IDF hat also juristische Berater, das sind Juristen im Reservedienst und ist sich internationalen Rechts durchaus bewusst.

Der ganze Beitrag ist zu finden hier:https://archive.is/lqF6G

Was mir auffällt ist dass, im Gegensatz zu anderen israelischen Medien, Scharfschützen der Hamas keine Erwähnung finden. Von dem Umstand dass diese Organisation auch kein Interesse hat dass die Essensverteilung wirklich funktioniert hört man nur durch die Aussage des Militärsprechers am Ende.

Erstmal was ist von diesem Medum Haaretz zu halten?

According to the Center for Research Libraries, among Israel's daily newspapers, "Haaretz is considered the most influential and respected for both its news coverage and its commentary."

… readership in Israel, with an exposure rate of 4.7%, below Israel Hayom's rate of 31% and Yedioth Ahronoth's 23.9%.

The paper opposes retaining Israeli control over the Palestinian territories and consistently supports peace initiatives. / In 2016, Jeffrey Goldberg, the editor-in-chief of The Atlantic, wrote: "I like a lot of the people at Haaretz, and many of its positions, but the cartoonish anti-Israelism and anti-Semitism can be grating." / According to Hanoch Marmari, a former Haaretz editor, the newspaper has lost its political influence in Israel because it became "detached" from the country's political life.

https://en.wikipedia.org/wiki/Haaretz

In einfachem Deutsch: dieses Medium bedient vor allem bestimmte Meinungsträger im Ausland. Welche sieht man an den folgenden Aussagen.

Am 23. Oktober 2012 wurde auf der Titelseite der Zeitung ein Artikel von Gideon Levy mit der Überschrift „Die meisten Israelis unterstützen das Apartheid-Regime in Israel“ veröffentlicht. Ein Faktencheck ergab, dass weder die Überschrift noch die Analyse von Levy von den tatsächlichen Daten der Umfrage gestützt wurden. Nach öffentlicher Kritik musste Haʾaretz eine Korrektur veröffentlichen. Amira Hass verursachte im April 2013 große Aufregung mit ihrer Behauptung, dass Steinewerfen „das Erbrecht und die Pflicht von jemandem, der einer Fremdherrschaft unterworfen ist“ sei, wenige Tage nachdem ein israelisches Mädchen infolge eines Steinwurfs schwer verletzt worden war.

Ein im April 2017 veröffentlichter Meinungsbeitrag der Zeitung, der die religiöse Rechte als „schlimmer als die Hisbollah“ bezeichnete, wurde durch Politiker aus dem gesamten Spektrum verurteilt.

Shmuʾel Rosner, der über ein Jahrzehnt lang als Chef der Nachrichtenabteilung, Feuilletonredakteur sowie Auslandskorrespondent für Haʾaretz tätig gewesen war, schrieb 2017 in der New York Times über den Wandel des Blattes, dass es ihm nunmehr vor allem darum ginge, „die Mehrheit der Israelis wütend zu machen, indem sie im Ausland absurde Thesen über ihr Land verbreitet“. Wesentliche Zielgruppe sei nicht länger die israelische Bevölkerung, sondern eine internationale Leserschaft.

Im Oktober 2024 sagte Haʾaretz-Herausgeber Amos Schocken bei einer Medienkonferenz in London:


Was sich jetzt in den besetzten Gebieten und in Teilen des Gazastreifens abspielt, ist in gewissem Sinne eine zweite Nakba … Ein palästinensischer Staat muss errichtet werden, und der einzige Weg, dies zu erreichen, besteht meiner Meinung nach in der Verhängung von Sanktionen gegen Israel, gegen die Führer, die sich dem widersetzen, und gegen die Siedler. Die Regierung Netanjahu hat kein Problem damit, der palästinensischen Bevölkerung ein grausames Apartheid-Regime aufzuzwingen. Sie ignoriert die Kosten beider Seiten für die Verteidigung der Siedlungen, während sie die palästinensischen Freiheitskämpfer bekämpft, die Israel als Terroristen bezeichnet.

Nach einem breiten Aufschrei in der israelischen Öffentlichkeit stellte Schocken klar, dass er mit „Freiheitskämpfern“ nicht die Hamas gemeint hatte, dass Terror nicht legitim sei, und dass die Hamas keine Freiheitskämpfer seien.

https://de.wikipedia.org/wiki/Haaretz

Ein israelisch israelkritisches Medium also.

Carmela Menashe hat sich in den Freitagabendnachrichten vom 27.6.25 zu dem Bericht in Haaretz geäussert. Erstmal die Frage: wer ist sie überhaupt?

Sie ist in einem Aufnahmelager aufgewachsen, nachdem sie mit ihren Eltern aus dem Irak eingewandert ist. Hat 7 Jahre als Sekretärin bei der IDF gearbeitet. Danach ein Studium der Geschichte abgeschlossen. Seit 1988 Korrespondentin für den Militärbereich bei KAN.

Sie kennt alles und jeden. Wird die „Mutter der Soldaten“ genannt, nachdem sie viele Unregelmässigkeiten bei der IDF aufgedeckt hat. Zu Beginn des Gaza Krieges war sie mit anderen israelischen Korrespondenten zusammen vor Ort.

Sie spricht von einer Abnutzung des Materials und der Soldaten. Kein Befehl von Oben Gazastreifler abzuknallen, wohl möglich das Offiziere vor Ort in Eigeninitiative anordnen jene die zu den Verteilzentren kommen wollen, durch Schusswaffengebrauch in den inaktiven Zeiten fernzuhalten damit die Soldaten nicht durch Scharfschützen der Hamas gefährdet werden.

Samstag, 14. Oktober 2023

 Zum Massaker

Gegebenheiten vor Ort

Auf der Ostseite stellt ein Stacheldrahtzaun die Absperrung zum Gazastreifen dar, hinter ihm sind an mehreren Stellen Sandhügel aufgeschüttet auf und hinter denen Soldaten bei Bedarf Stellung beziehen können. Auf der Nordseite zieht sich eine 5m. hohe Mauer aus Betonfertigteilen bis zur Küste hin. Darunter befindet sich über die ganze Länge eine unterirdische Absperranlage in die Milliarden investiert wurden damit keine Offensivtunnels mehr vom Gazastreifen aus gegraben werden können. An der Küste reicht eine Mole weit ins Meer die mit einem Stacheldrahtzaun bewehrt ist. Vor der Küste patroullieren Schnellboote in einiger Entfernung. Der gesamte Streifen wird ständig durch Drohnen aus der Luft überwacht. Auf der israelischen Seite findet sich eine Kleinstadt und 25 Ortschaften und Kibbuzim entlang der 59 Km. langen Grenze mit dem Gazastreifen.

 

Zeitpunkt

Der Samstag nach dem einwöchigen Laubhüttenfest. Es ist eine Art Erntedankfest und an diesem Samstag wird die Lesung des letzten Wochenabschnittes des Alten Testaments gefeiert. Familen nutzen die Gelegenheit um sich zu treffen. Am Vorabend fanden mehrere Freiluft Dance Veranstaltungen mit mehreren tausend Teilnehmern in der ländlichen Umgebung statt.

Mit über 30 Ministern die nur zur Schaffung der Koalition und nicht nach ihrer Kompetenz ausgewählt wurden, ist Israel geschwächt. Justitzminister Yariv Levin war mit der “Justitzreform” befasst, die Orthodoxen/Haredim damit möglichst viele Gelder den eigenen Institutionen zukommen zu lassen und Smotrich tat dasselbe für seine nationalreligiösen Wähler hier im WestJordanLand.

Was ist passiert?

Um 6 Uhr morgens wurde die Absperrung gesprengt und von etwa 1500 bewaffneten Hamas Leuten durchdrungen. Sie kamen auf Pick-Ups mit aufmontiertem Sturmgewehr, mit Motorrädern und mit motorisierten Flugdrachen. Die unterbesetzten Militärposten in der Nähe waren schnell ausgeschaltet. Offensichtlich wussten die Angreifer von wenigstens einer Freiluftveranstaltung, weil ein Teil von ihnen die zu der Zeit schlafenden Teilnehmer angriff. Sie verteilten sich auf die Ortschaften und richteten dort ein Blutbad an. Wer von den Bewohnern nicht schon draussen erschossen wurde und es in seinen Sicherheitsraum schaffte und obendrein die Stahltür zuhalten konnte, wurde von den Terroristen ausgeräuchert. Reifen wurden von Autos abmontiert, angezündet und in die Wohneinheiten reingerollt. 

 Alle Neubauten in Israel seit dem Irak-Krieg von 1991 haben einen Sicherheitsraum aus Betonwänden mit einer Stahltür und einem Fenster mit einem eisernen Fensterladen. Schützt nicht unbedingt vor einem Volltreffer, aber vor den herumfliegenden Splittern. 

Ausser den Bewaffneten kamen noch etwa 1000 “Glücksritter” die Plünderten und Geiseln nahmen. Die Schätzungen liegen zwischen 100 – 120. Die Hamas behauptet selbst keine genaue Kenntniss von Anzahl und Identität der Verschleppten zu haben. Ich kann mir vorstellen dass sie ein Kopfgeld auf jeden Entführten gesetzt haben.

1500 der Eindringlinge wurden liquidiert, der größte Teil des Rests kehrte zum Gazastreifen zurück. Um die 50 werden noch in Israel vermutet. Sie verstecken sich um zu einem für sie günstigen Zeitpunkt weitere Attentate zu verüben.

Zum Teil wurde das Massaker von den Terroristen gefilmt und wenn die Handys der ermordeten zur Hand waren wurden diese Clips den Angehörigen geschickt. Auch wurden Telefonnummern der Angehörigen wurden im Internet veröffentlicht woraufhin diese Anrufe mit Schmähungen aus der arabischen Welt erhielten. Es soll auch Fälle gegeben haben wo Kreditkarten von Verschleppten und Ermordeten benutzt wurden um deren Konten zu leeren.

Es fällt mir schwer zu glauben dass die Hamas eine solch perfide, bis ins letzte Detail durchgeplante Aktion, selber ausdenken könnte. Ich vermute dass iranische Hirne beteiligt waren.

In den letzten Tagen versuchen militante Palästinenser vom Libanon aus über die Grenze einzudringen. Wegen dem hügeligen Terrain ist diese, 81 Km. lange Grenze, schwerer zu bewachen als die 59 Km. mit dem Gazastreifen. Ohne Genehmigung der Hisbollah geht da nichts und sie selber haben auch schon die Verantwortung für den Abschuss von Granaten übernommen. Derzeit ist die Lage auf Scharmützelniveau, aber es heizt sich auch dort auf. Wir hoffen das der amerikanische Flugzeugträger, der ins östliche Mittelmeer verlegt wurde, diese Organisation und ihre Hintermänner genug abschreckt.

 

Stimmung

In den Medien, die seit dem bekanntwerden des Massakers nur Nachrichten senden, hört man von den ständig steigenden Opferzahlen und fragt sich wie so etwas passieren konnte. Sie haben sich bei 3400 Verletzten und 1300 Ermordeten und etwa 120 Verschleppten konsolidiert. Zweifelsohne mehr als eine gewaltige Schlappe der IDF. Hat sich wegen dem Feiertag, obendrein an einem Samstag, einer auf den anderen verlassen? Waren zu wenige Soldaten dort stationiert weil zu viele im WJL gebraucht wurden um Siedler von Palästinensern fernzuhalten? Die Verantwortlichen sagen: lasst uns erstmal diesen Krieg gewinnen und dann nachprüfen. Zweifelsohne hat das Vertrauen in die Regierung und Militärführung Schaden genommen.

Ausser den allabendlichen Worthülsen Netanjahus im Fernsehen, sieht man nicht viel von der Regierung. 

Als sie sich mit Verletzten fotografieren wollten, wurden Edith Silman und auch Miri Regev, zwei Ministerinnen für irgendwas, unter Buhrufen aus Krankenhäusern gejagt,. 
Galit Distel Atbaryan, die "Ministerin für Hasbara" hat ein Beispiel gegeben und ist zurückgetreten. Von Finanzminister Smotrich und Justizminister Yariv Levin haben wir seit dem Massaker nichts mehr gehört. Ben-Gvir hat natürlich etwas Krach gemacht, sich aber nicht in den Süden gewagt.
Nach zu langem Zögern hat Netanjahu mit Benny Gantz und Gadi Eisenkot eine Notstandsregierung gebildet. Die beiden letzteren sind ehemalige Generalstabschefs und bringen so das dringend nötige know-how in die Regierung.

 Von den Sozialdiensten merkt man, wegen der schon von Kishon beschriebenen Bürokratie, kaum etwas (eine Hilfslieferung von schusssicheren Schutzwesten aus den USA wurde vom Zoll nicht freigegeben). Das Vakuum wurde sehr schnell von Privatinitiativen ausgefüllt. Darin sind wir Israelis wirklich gut. Privatleute haben brennende Autos neben ihrem Haus gelöscht und High-Tech Firmen haben ihre technische Infrastruktur zur Verfügung gestellt, um ein Netzwerk aufzubauen, mit dem die Vermissten und Verschleppten identifiziert werden sollen (u.A. Auswertung von Videoclips mit Gesichtserkennung). Hotels nehmen die aus dem Süden evakuierten auf, wo sie Kleider und Sachspenden von Privatleuten erwarten. Auch die 320.000 eingezogenen Reservisten werden durch Privatinitiativen mitversorgt. Es scheint als wurde die Spaltung im Land innerhalb von Stunden beiseite gelegt um "das Haus zu verteidigen".

Ethik, Vergeltung oder Abschreckung

Seit der Machtergreifung der Hamas 2007 wurden immer mal wieder Angriffe gegen spezifische Einrichtungen der Terrororganisationen geflogen, es wurde Rasenmähen genannt weil man sich bewusst war dass die Zerstörungen repariert würden und man den Gegner eigentlich nur störte, aber nicht niederrang. Diesmal will man gründlicher vorgehen.

Derzeit wird der Gazastreifen wieder von der Luft aus bombardiert. Die IDF (Israeli Defence Forces) plant den gesamten Nordteil des Gazastreifens nach einer Bodenoffensive zu planieren. Dies weil sich dort die meisten Hamas Installationen befinden. Die etwa 1 Mill. Bewohner wurden aufgefordert das Gebiet zu verlassen. Ein Fluchtkorridor soll für sie freigehalten werden, ein Bereich, der von Vormittags bis Nachmittags von der Luftwaffe nicht bombardiert werden wird. Wer das Gebiet nicht verlassen hat riskiert liquidiert zu werden. Wie zu erwarten versucht die Hamas einen solchen Vorgang mit Drohungen zu verhindern.

Die Amerkaner richten einen Versorgungskorridor von der Sinaihalbinsel aus ein. Sinnvoll wäre es die Gazastreifler temporär auf der ägyptischen Seite aufzunehmen. Die Ägypter sind jedoch strikt dagegen. In dieser Weltgegend haben Flüchtlingslager die Eigenheit auf Dauer zu bestehen.
 
In den Internetforen wird oft und gerne gegen das israelische Vorhaben argumentiert. 
Wegen ein paar Hamasaktivisten eine ganze Stadt zu zerstören wird als unverhältnismäßig angesehen. Also etwa nichts tun weil sich Hamas hinter Zivilisten versteckt? Das würde die Hamas nur ermutigen so weiterzumachen. Das ist für Israel, und hier meine ich das ganze Volk, nicht nur die Regierung, nicht akzeptabel. 
 Hier steht eine reguläre Armee einer Terrororganisation gegenüber. Was bedeutet das? 
Sie unterscheiden nicht zwischen Soldaten und Zivilisten, höchstens Frauen und Kindern gegenüber hat man Rücksicht walten lassen – manchmal, nicht immer. Die Soldaten der Terrororganisation tragen beim Häuserkampf keine Uniformen und benutzen bewusst die sie umgebende Zivilbevölkerung als menschlichen Schutzschild.

Ich habe nachgeschaut was das Alte Testament zu der Problematik sagt. Im 5ten Buch, Kapitel 20 bin ich fündig geworden. Ab Vers 10 geht es um dass Verhältnis zu Städten des Feindes.

Erstmal sollte ein Friedensangebot gemacht werden, unterwarf sich die Stadt blieb sie unversehrt, wurde aber tributpflichtig. Wählte sie den Krieg so sollte nach dem Sieg jeder Mann durch das Schwert zu Tode kommen. Frauen, Kinder, Vieh und alles in der Stadt sollte als Kriegsbeute angesehen werden. Interessanterweise kommt danach ein Absatz der dazu auffordert die umgebenden Obst- und Olivenbäume unangetastet zu lassen.

Solidaritätsdemos für Palästina, blinder Hass statt Objektivität

Eigentlich wäre zu erwarten das die Unterstützer der palästinensischen Sache nach den schlimmen Bildern des Massakers innehalten und die Vorgänge verurteilen. Sagen dass die Hamas hier zu weit gegangen ist und der palästinensischen Sache nur geschadet hat. Stattdessen, noch bevor die Bodenoffensive im Gazastreifen begonnen hat, finden Demos statt auf denen Israel verurteilt wird. Hamas ist der Verursacher und eigentliche Feind der Gazastreifler, aber dass ficht die Demonstranten offenbar nicht an.

Da wird ein Hass auf Israel offen ausgelebt, kaum verbrämt durch ein bequemes zurückziehen auf die palästinensische Opferrolle. Aber was tun die Palästinenser, um den verheerenden Terror von Hamas und Co zu beenden und endlich endlich dem Frieden eine Chance zu geben?

Perspektive für die Palästinenser um die Gewaltspirale zu beenden

Seit der vorigen Bennett-Regierung wurden Gazastreifler wieder zum arbeiten nach Israel gelassen. Es waren 17.000 und die Quote sollte auf 20.000 erweitert werden, nicht viel, aber immerhin ist man hier ein Risiko eingegangen um eine Art Hilfe zur Selbsthilfe zu schaffen.

Wenn die Terrororganisationen nicht mehr im Bild wären könnte ich mir ein umzäuntes Industriegebiet entweder auf der israelischen oder auf der ägyptischen Seite vorstellen. Israelische und andere Firmen könnten hier Fertigungshallen aufbauen in denen die Gazastreifler Arbeit finden würden. In Ägypten weil dann ägyptische und nicht israelische Soldaten das Areal und die Übergänge bewachen würden. Der Trump-Deal des Jahrhunderts enthält einen ähnlichen Vorschlag.

Jede, wie auch immer geartete Lösung, müsste Anfangs mit vielen Sicherungen aufgebaut sein, die man dann, wenn es lange Ruhig ist, langsam zurücknehmen könnte - denke ich.

 

Auswirkung auf uns

Seit dem bekanntwerden des Massakers ist der Fernseher bei uns ständig eingeschaltet.

Ganz langsam macht sich der Krieg auch bei uns bemerkbar. Erst kam der Techniker der die neue Waschmaschine anschliessen soll nicht, dann gab es im Supermarkt keine Möhren und keine Kartoffeln, weil die im Süden angebaut werden und vorgestern nahmen wir an einem Trauerzug eines gefallenen Soldaten teil, der zwei Häuser weiter wohnte.
 


Donnerstag, 25. August 2022

 

Tipps aus der Wüste


Statt wie sonst immer Blogbeiträge zur Lage hier zu verfassen dachte ich mir es könnte angebracht sein meine Erkenntnisse vom Leben mit der Sommerhitze im Blog zu teilen. Nicht alles ist direkt übertragbar, das meiste aber doch.

Gehen wir von Innen nach außen, also vom Körper über die Kleidung weiter zur Behausung die einzelnen Aspekte durch.

Körper: Erste Regel: wann Immer es heiß ist: früh genug genug trinken. Warum ein solch komplizierter Satz? Der Körper braucht einige Zeit um Flüssigkeit aufzunehmen. Wenn man wartet bis man richtig durstig ist, kann es meist schon zu Spät sein. Am besten eignet sich Wasser oder Tee. Am erfrischendsten – während einer zweimonatigen Radtour getestet – ist Wasser mit dem Saft einer frisch gepressten Zitrone.

Essen verdirbt in der Hitze viel schneller, Schokolade kann schmelzen - der Kühlschrank wird also noch wichtiger.

Kleidung: Ich gehe nie aus dem Haus ohne eine Halbliter Wasserflasche. Einerseits will man genug Wasser in den Körper reinkriegen, andererseits macht es Sinn das möglichst wenig aus dem Körper entweicht. Außerdem kann zuviel Sonnenstrahlung zu Hautkrebs führen, besonders wenn man genetisch nicht für viel Sonne ausgelegt ist. Das falscheste ist demnach also wegen der Hitze in einer Badehose herumzulaufen. Ich trage einen Hut mit Krempe, Sonnenbrille, beschmiere mein Gesicht mit Sonnencreme und trage ein langärmeliges Hemd über einem T-Shirt (ohne Unterhemd) und lange Hose (mit Unterhose). Alles was die Haut berührt sollte aus Baumwolle sein weil die den Schweiß am besten aufnehmen kann. Das Langärmelige Hemd kann dunkel sein. Es gibt eine These die besagt das die dunkle Kleidung sich mehr erwärmt und so zu einem schweißtrocknenden Luftzug führt.

Nach einer Expedition in die unwirtliche Außenwelt kann eine lauwarme Dusche sehr erfrischend sein. Zum einen wird der Schweiß aus den Poren geschwemmt und zum anderen kann der Körper durch die Haut bis zu 2% seines Wasserbedarfs aufnehmen.

Moslems sollen sich die Füße vor dem Gebet waschen. Keine schlechte Idee. Daß unsere Füße den ganzen Tag in Strümpfen stecken die ihrerseits in Schuhe gezwängt werden ist nur für Fußpilze erfreulich. Sandalen ohne Strümpfe sind eine bessere Alternative.

Eine Fußwaschung einmal am Tag nach dem nach Hause kommen, wenn man sich an dem Tag nicht duscht halte ich für angemessen.

Behausung:

Nach zwei bis drei heißen Tagen haben sich bei uns die Außenwände aufgewärmt und strahlen die eingefangene Wärme nach innen ab. Ergebnis 31 Grad bei uns. Unter dem Dach ist es naturgemäß wärmer – bei uns beträgt der Unterschied zwischen den Etagen 2 – 3 Grad. Deutsche Häuser sind weit besser gedämmt, aber der Effekt wird derselbe sein. Glashäuser sind Energiefänger. Was im Winter angenehm ist dürfte im neuen deutschen Sommer unerträglich sein. Am bauphysikalisch sinnvollsten ist es solche Bauteile von außen abzudecken. Wenn das nicht möglich ist dann von Innen abdecken und ansonsten vom Rest des Bauwerkes zumindest mit einem dicken Vorhang abtrennen.

Tagsüber lasse ich bei uns die Rollladen runter damit keine Sonnenstrahlung eindringt und öffne die Fenster entsprechend den Windverhältnissen. Nachts reiße ich möglichst alle Fenster auf und ziehe die Rollläden hoch. Eine kühle, windige Nacht kann bei uns die Innentemperatur von 31 auf 27 Grad senken.

Benutzt man Ventilatoren oder Lüfter zur Kühlung sollte man daran denken noch mehr zu trinken da sie eine Austrocknung des Körpers beschleunigen.

Bei uns hat fast jeder eine Klimaanlage. Diese Geräte können auf bis zu 17 Grad runterkühlen und im Winter bei Temperaturen um den Nullpunkt passabel heizen. Bei uns ist die Klimaanlage auf um die 25 Grad eingestellt denn jedes weitere Grad Kühlung bedeutet einen zusätzlichen Energieverbrauch von etwa 5%. Und wenn es draußen heiß ist liegt die gesündeste Innentemperatur bei 25 Grad.

Wäsche trocknet innerhalb von etwa 3 – 4 Stunden in der Sonne ohne Strom zu verbrauchen. So kann man an heißen Tagen auf den Trockner (der ja auch Wärme abgibt) verzichten und mit der niedrigsten Drehzahl die Wäsche schleudern.

Allerdings kann die Sonne die Farben ausbleichen wenn man die Wäsche länger in der Sonne läßt.

In trockenen Gebieten (bis zu 50% Luftfeuchtigkeit) kann man die Wäsche in der Wohnung trocknen. Die verdunstende Feuchtigkeit kann die Temperatur senken. Man kann auch den Boden nass abwischen um die Innenräume so zu kühlen.

Statt einer zu warmen Decke kann man auch die Bezüge für die Bettdecke ohne ebenjene verwenden wenn sie aus Baumwolle sind.

Lederne Uhrenarmbänder weichen durch den Schweiß auf. Besser sind solche aus Silikon und noch besser sind solche aus geflochtenen Baumwollschnüren.

 Auto: für die Windschutzscheibe gibt es Abdeckungen (jalusien) die die Aufheizung drinnen verzögern. Auch das Lenkrad kann heiß werden. Man kann es vorsorglich mit einem alten Handtuch abdecken.

Für Brillenträger gibt es aufsteckbare Sonnenbrillen die sich hochklappen lassen. Sehr praktisch wenn man plötzlich in eine Unterführung reinfährt.

Zu Fuss: möglichst im Schatten gehen auch wenn es ein kleiner Umweg ist. Auf der Straßenseite entlanggehen wo die Häuser Schatten werfen.

Apartheidsstraßen im Westjordanland? Selber nachprüfen.

Neulich hat mich wieder einmal jemand im Forum von „Der Standard“ mit der Behauptung geärgert hier im Westjordanland wären sogar die Straßen für Israelis und Palästinenser getrennt. Bei meiner Suche nach einem Gegenbeweis bin ich auf den folgenden Videoclip gestossen:

https://www.youtube.com/watch?v=sJXtpa8R6so

Da hat jemand einfach eine Busfahrt im November 2021 von Jerusalem aus zur Jordansenke gefilmt. Am kleinen grünen X an dem Fahrkartenhalter kann man erkennen daß es sich um einen israelischen „Egged“ Linienbus handelt. Man kann sich den Clip anschauen und selber nach israelischen und palästinensischen Kennzeichen suchen. Auf dem Weg kommt man auch an einigen Orten vorbei die im neuen Testament und in der Weltpresse von sich reden gemacht haben. Ausserdem kann man einen Teil der zahlreichen Beduinencamps entlang dieser Schnellstraße sehen.

Damit es leichter fällt und schneller geht gebe ich im folgenden für alles meiner Meinung nach wichtige Minutenangaben an, darunter auch die Autos mit palästinensischem Kennzeichen.

Meine Behauptung: auf dieser wichtigen Schnellstraße (die Nr. 1), die von Tel Aviv kommend über Jerusalem bis zur Jordansenke führt, kann man hinter Jerusalem, also im Westjordanland israelische wie palästinensische Autos sehen. Getrennt sind nur die Zufahrten zu den einzelnen Orten und ein Sonderfall (den wir sehen werden) um den Palästinensern einen Checkpoint zu ersparen.

Erläuterung: Gelbe Minibusse sind palästinensische Sammeltaxis, weisse Kennzeichen, grüne Kennzeichen = Palästinenser, Gelbe Kennzeichen = Israelis.

Los geht’s:

Minute 4:08 Baustelle für den Tunnel unter dem French Hill,

ab 5:10 ist das in Bau befindliche Park and Ride Parkhaus am French Hill über dem Tunneleingang zu sehen.

Israelischer Alltag: 5:50 da der Abschleppwagen in der Haltebucht des Busses parkt, wie auch ein PKW, kann der Bus diese nicht benutzen und blockiert so die eine Fahrspur runter zum Jordantal. 6:43 hier sieht man die versteckte Ampel über die ich mich jedesmal ärgere.

7:08 die Skyline des Shuafat Flüchtlingslagers taucht auf.

7:24 die Baustelle für den Tunnelausgang.

7:54 die Abfahrt zur Tankstelle von Issawieh, das zu Ost-Jerusalem gehört und von Ost-Jerusalemern betrieben wird. Rechts die Häuser von Issawieh, links die von Shuafat.

8:50 die Kreuzung rechts nach Issawieh, links der Sonderfall, die berüchtigte "Apartheidsstraße", bei uns 4370 oder auch östliche Ringstraße genannt. Hier sieht man die Einmündung des Teils für israelische Autos. Parallel dazu führt die Straße für palästinensische Autos hinter der Absperranlage, die etwas weiter so in eine Anschlussstelle mündet daß die palästinensischen Autos separiert bleiben. Den palästinensischen Autofahrern wird so ein zusätzlicher Checkpoint erspart. An den Strassenlaternen kann man sehen das die separate Strasse links hinter der Trennmauer verläuft.

9:43 die „Mechlaf Ha Seitim“ genannte Anschlussstelle kommt ins Bild. Links geht es nach Ost- Jerusalem, rechts zum Ölberg.

10:02 unter der Brücke der Östlichen Ringstraße durch geht es in eine Unterführung.

10:35 links der Checkpoint nach Jerusalem hin, von rechts hintereinander zwei Einmündungen für die aus Ost-Jerusalem kommenden Autos.

10:54 links das bei „Kennern“ berühmt berüchtigte E1 (separater Beitrag im Blog),

11:44 die Abfahrt nach Maale (wenn Sie mich besuchen wollten)(separater Beitrag im Blog). Im Hintergrund auf dem rechten Hügel die Häuser von Azariah und auf dem linken die von Maale.

12:58 Anschlussstelle Maale Adummim. Hier kommen die Autos der Palästinenser, von Azariah und Abu Dis kommend, dazu.

13:42 gerademal ein Schuppen ist zu sehen, aber links liegt direkt an der Straße das Beduinencamp Khan al Ahmar. Es war in der Weltpresse als es geräumt werden sollte, (separater Beitrag im Blog) was bis heute nicht geschehen ist.

15:21 Die vielen parkenden Autos mit weissem Kenzeichen gehören Palästinensern die im rechts gelegenen Mishor Adummim Industriegebiet arbeiten.

15:23 rechts der Abzweig nach Mishor Adummim,

15:30 Ein gelber Minibus mit grünem Kennzeichen ist ein palästinensisches Sammeltaxi. Er biegt an der Ampel links in Richtung Hizmeh ab.

15:59 Beduinencamp rechts.

16:33 Beduinencamp links.

16:40 Palästinensischer Kia Forte,

17:17 die gelben Poller an der Bushaltestelle (Kfar Adummim) sollen verhindern daß die Wartenden von einem palästinensischen Auto angefahren werden.

17:47 Links und rechts oben die Gebäude des „Barmherzigen Samariter“.

17:57 Abzweig zum Barmherzigen Samariter, hier befand sich zu ottomanischen Zeiten eine Zollstation, heute ein Museum mit Mosaiken aus dem gesamten Westjordanland.

18:27 – 18:40 rechts im Tal noch ein Beduinencamp.

19:08 rechts noch ein Beduinencamp.

19:13 Palästinensischer Minibus.

19:31 der Abzweig zum recht bekannten Wadi Qelt,

19:38 Palästinensischer Skoda Octavia links.

20:47 Abzweig zum „Meeresspiegel“.

21:02 in dieser Gegend ändert sich vieles sehr schnell und manches gar nicht. Wer genau hinschaut sieht rechts das Kamel, zum erstenmal habe ich es 1967 neben dem Felsen gesehen, noch bevor der grüne Strich die Lage des Meeresspiegels angab (21:03). Touristen können das Kamel für ihre Urlaubsfotos erklimmen. Bezahlung beim irgendwo im Schatten nebendran sitzenden Beduinen.

22:16 Palästinensischer grauer Skoda Octavia rechts.

23:30 links die Strasse nach Jericho.

23:43 Bis auf zwei haben alle anderen Linksabbieger ein palästinensisches Kennzeichen. An der Strasse Cafes und Baumschulen von Betreibern aus Jericho.

25:20 300m unter dem Meeresspiegel. Rechts, nicht zu sehen, das Tote Meer, vor uns, auch nicht zu sehen, Jordanien.

25:46 links geht es auf den Nordteil der Schnellstraße Nr.90, die an der Jordansenke entlangführt. Fährt man weiter geradeaus macht die Schnellstraße Nr. 1 einen Bogen nach rechts und wird zum Südteil der Nr. 90.

26:40 Palästinensischer weisser Minibus.

27:21 Palästinensischer Kleinlaster in Gegenrichtung,

28:57 Palästinensischer Sattelschlepper.

30:06 „St. Gerasimos“. Benannt nach einem asketischen Mönch der einen Löwen gezähmt haben soll. Noch ein palästinensischer Sattelschlepper.

30:27 Und noch ein palästinensischer Sattelschlepper.

30:30 Palästinensischer Ford Focus,

31:25 Palästinensischer grauer Opel Astra.

32:37 „Kasser al Jahud“ – die Taufstelle am Jordan.

33:01 Palästinensischer schwarzer VW Caddy.

34:10 Kreuzung rechts geht es zum Grenzübergang Allenby Brücke und links nach Jericho.

34:36 eines der roten Schilder auf denen steht das Israelis das Fahren auf dieser Straße verboten ist.